Ein Tropfen an einem Wasserhahn. (Foto: dpa)

Extra-Abgabe für Wasser jetzt auch in Privathaushalten fällig

Caroline Uhl   03.01.2018 | 11:24 Uhr

Seit Jahresbeginn müssen auch Privathaushalte im Saarland flächendeckend eine zusätzliche Gebühr für Frischwasser zahlen. Das Land verlangt ab sofort für den sogenannten Wassercent zehn Cent pro Kubikmeter Wasser. Bisher fiel das Entgeld nur für Unternehmen und Großverbraucher an.

Seit dem Jahr 2008 erhebt das Land das Grundwasserentnahmeentgeld, wie der Wassercent offiziell heißt. Betriebe und Großverbraucher mussten zuletzt sieben Cent je Kubikmeter verbrauchten Grundwassers zahlen. Mit dem Entgeld nahm das Land laut Umweltministerium im abgelaufenen Jahr fast 3,4 Millionen Euro ein. Privathaushalte bat das Land erst ab einem Verbrauch über 35 Kubikmeter Wasser pro Person und Jahr zur Kasse, was defacto einer Befreiung von der Abgabe gleichkam.

Deutliches Einnahmeplus erwartet

Video [aktueller bericht, 03.01.2018, ab Min. 14:19]
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Seit dem Jahreswechsel fällt das Entgeld nun auch in großem Stil für Privatpersonen an. Schon ab dem ersten Kubikmeter müssen diese fortan mit ihrer Wasserrechnung eine Extra-Abgabe in Höhe von zehn Cent plus Mehrwertsteuer (sieben Prozent) zahlen. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Wasserverbrauch von 30 Kubikmetern oder umgerechnet 30.000 Liter pro Person im Jahr bedeutet das jährliche Zusatzkosten von insgesamt 12,84 Euro. Gleichzeitig erhöht sich die Abgabe für gewerbliche Kunden um drei Cent pro Kubikmeter auf ebenfalls zehn Cent.

Aufgrund all dieser Neuerungen werden die Einnahmen, die das Land mit dem Wassercent macht, deutlich steigen. Das Umweltministerium rechnet mit rund 6,7 Millionen Euro für 2018, im Vergleich zu 2017 wäre das mehr als doppelt so viel.

Kritik von Wirtschaft und Opposition

Deutschlandweit erheben 13 Bundesländer ein solches Entgeld. Für Verbraucher soll es Anreiz zum Wassersparen sein, für die Länder sind es zusätzliche Einnahmen. Im Saarland muss das Geld laut Umweltministerium in den Gewässer- und Hochwasserschutz fließen. Saarländische Wirtschaftsvertreter lehnen den Wassercent ab, die Landtagsopposition aus Linke und AfD kritisierte ebenfalls die Ausweitung des Entgelds. Die FDP bezeichnete die neue Abgabe als "unsozial". Zudem gebe es im Saarland keinen Mangel an Trinkwasser und auch keinen Anstieg des Wasserverbrauchs.

Über dieses Thema wurde auch in Guten Morgen auf SR3 Saarlandwelle vom 02.01.2017 berichtet.

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