Mini-Computer Calliope (Foto: Jørn Alraun)

Wenige Grundschulen nutzen Calliope

Christine Alt / Onlinefassung: Daniel Weiland   01.12.2017 | 19:20 Uhr

Vor gut einem Jahr wurde der Mini-Computer Calliope im Saarland vorgestellt. Er sollte den Unterricht ins digitale Zeitalter bringen - und dafür an allen Grundschulen kostenlos verfügbar sein. Bislang macht aber nicht einmal jede fünfte Grundschule mit.

Seit dem Sommer wird an der Pater-Eberschweiler-Grundschule Püttlingen in Unterrichtsblöcken immer mal wieder mit dem Mini-Computer Calliope gearbeitet. „Die Kinder sind ganz begeistert, das Ding auszuprobieren“, sagt Schulleiter Ralf Petermann. Er war einer der ersten Lehrer, die die zugehörige Fortbildung mitgemacht haben. Deshalb gehört seine Schule zu den wenigen, die schon im Unterricht damit arbeiten.

Davon gibt es bis jetzt erst 26 im Saarland. Ein Jahr nach der Einführung sind also gerade einmal rund 15 Prozent aller Grundschulen dabei. Vom Ziel „flächendeckende Einführung“ ist das Bildungsministerium noch weit entfernt. Christine Streichert-Clivot, Bildungsstaatssekretärin, rechnet aber damit, dass die Quote steigt: „Die Anmeldezahlen für die nächsten Fortbildungsreihen sehen für uns zufriedenstellend aus.“ Immerhin 13 Schulen stehen in den Startlöchern und nehmen zurzeit an der Fortbildung teil.

Video [aktueller bericht, 01.12.2017, Länge: 3:25 Min.]
Mini-Computer werden wenig genutzt

Calliope braucht auch Zeit

Dazu gehört die Grundschule Kleinblittersdorf. Hier gibt es zwar bereits ein Roboter-Projekt, von Calliope verspricht sich die Schule aber mehr Anwendungsmöglichkeiten, wie Lehrerin Maringa Mikić erklärt: „In Mathe kann man das als Einmaleinstrainer programmieren, so dass die Kinder sich selbst Aufgaben geben. Im Sachunterricht haben wir ein Temperaturmessgerät, das können wir programmieren und die Kinder können damit rausgehen."

Aber nicht an allen teilnehmenden Schulen läuft es so gut. Einzelne Schulen mussten den Unterricht mit dem Mini-Computer auf Eis legen – zu viele andere Aufgaben wie die Integration ausländischer Schüler binden die Kräfte. Die Pater-Eberschweiler-Grundschule Püttlingen war hier entlastet, sagt Schulleiter Petermann: „Auch wir haben natürlich einen hohen Migrantenanteil. Aber wir haben auch eine Förderlehrerin, die extra deswegen kommt. Da bin ich ein bisschen besser aufgestellt als die ein oder andere Schule.“

Warten auf Bundesmittel

Aber woran es auch in Püttlingen, wie an den meisten Schulen, noch fehlt, sind ausreichend E-Books, damit zeitgemäßer digitaler Unterricht möglich wird. Außerdem hakt es bei der nötigen Infrastruktur, unter anderem WLAN. Um die Schulen besser ausstatten zu können, hoffen Schulträger und Land weiter auf Hilfe vom Bund. Immerhin 72 Millionen Euro sind inzwischen angekündigt.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 01.12.2017 berichtet.

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