Ulrich Commerçon (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Minister will Reform für Denkmalschutz

Barbara Grech   07.09.2017 | 08:14 Uhr

Im Rahmen des SR-Thementages "Unbequemes Erbe? Denkmäler im Saarland" hat Kulturminister Ulrich Commerçon eine Novellierung des saarländischen Denkmalschutzgesetzes angekündigt. Damit soll die Abschaffung der unteren Denkmalschutzbehörden vor über zehn Jahren durch die damalige Landesregierung abgefedert werden.

Interview mit Minister Ulrich Commerçon
"Denkmalpflege ist immer Abwägung"

Künftig soll wieder das Vier-Augen-Prinzip gelten, wenn entschieden wird, welche Gebäude im Saarland unter Denkmalschutz gestellt werden und welche nicht. Es könne nicht sein, so der für den Denkmalschutz zuständige Minister Ulrich Commerçon (SPD), das solche Entscheidungen im stillen Kämmerchen des Landesdenkmalamtes getroffen werden. Deshalb soll mit der Novellierung des Landesdenkmalschutzgesetzes eine Art Stabs-Stelle im Kulturministerium eingerichtet werden, die die Arbeit des Landesdenkmalamtes begleitet und kontrolliert.

Auch die Stellung des Landesdenkmalrates als beratendes Gremium soll gestärkt werden. In besonderen Streitfragen kann künftig auch der Minister selbst mit einem Beschluss in den Denkmalschutz direkt eingreifen. Außerdem soll der Denkmalschutz stärker mit der Industriekultur verzahnt werden, die vom Wirtschafts- ins Kulturministerium übersiedelt. Damit soll auch den sogenannten vier Premium-Standorten des Bergbau-Erbes wieder Leben eingehaucht werden. Commerçon kündigte an, dass das Erlebnis-Bergwerk Velsen als erster Standort konzeptionell weiterentwickelt werden soll.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 07.09.2017 berichtet.

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