Ein Mann arbeitet am Computer im Büro (Foto: dpa/Daniel Naupold)

Beratungsstelle für Wanderarbeiter im Saarland

Karin Mayer   16.04.2018 | 06:50 Uhr

Den Skandal um den Ferienpark Bostalsee haben viele schon vergessen: Dort wurden osteuropäische Arbeitnehmer als Scheinselbständige beschäftigt und teilweise um ihren Lohn geprellt. Seither fordern die Gewerkschaften im Saarland eine Beratungsstelle für Wanderarbeiter. Die kann nun in Saarbrücken ihre Arbeit aufnehmen.

Wanderarbeiter auf Baustellen: "Es geht nicht alles mit rechten Dingen zu"
Audio [SR 2, Karin Mayer, 16.04.2018, Länge: 04:55 Min.]
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Markus Andler von der IG BAU sagte dem SR, die Beratungsstelle sei dringend notwendig. Viele Beschäftigte aus Rumänien und Bulgarien seien bisher nicht über ihre Rechte und Pflichten informiert. Das führe dazu, dass Arbeitnehmern Vermittlungsgebühren und Kosten für Unterkunft vom Lohn abgezogen würden. Seit dem Skandal im Ferienpark Bostalsee habe die IG BAU die Einrichtung gefordert.

NGG hofft auf die Arbeit der Berater

Reaktionen auf die Beratungsstelle für Wanderarbeiter
Audio [SR 3, Karin Mayer, 16.04.2018, Länge: 02:58 Min.]
Reaktionen auf die Beratungsstelle für Wanderarbeiter

Mark Baumeister von der Gewerkschaft NGG sagte, noch immer würden osteuropäische Wanderarbeiter ausgenutzt. Für die Gewerkschaften sei es wegen der Sprachbarriere schwer, Zugang zu den Beschäftigten zu bekommen. Er hoffe nun auf die Berater, die rumänisch und bulgarisch sprechen.

Die neue Beratungsstelle wird von der Landesregierung finanziert. Damit setzen CDU und SPD ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag um.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 16.04.2018 berichtet.

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