Das Logo der AfD (Foto: dpa/Sachelle Babbar)

Sexuelle Belästigung bei der AfD Saar?

  14.11.2017 | 14:43 Uhr

Die Ex-Pressereferentin der saarländischen AfD-Fraktion wirft ihren ehemaligen Chefs Mobbing und sexuelle Belästigung vor. Das berichtet das Magazin "der Stern". Der Anwalt der Partei bezeichnete die Anschuldigungen als "frei erfunden".

Es geht gleich um mehrere Grenzüberschreitungen, die die ehemalige Pressereferentin ihren Vorgesetzten während ihrer knapp viermonatigen Dienstzeit vorwirft. Einer ihrer Chefs habe ihr etwa über den rechten Arm gestreichelt und grinsend gesagt: "Wenn Ihnen Ihr Job wichtig ist, sollten Sie etwas netter zu mir sein. Sie haben ja bereits fünf Kinder und wissen, wie das geht."

Anweisung, enges Kleid anzuziehen

Ex-Pressereferentin klagt gegen Saar-AfD-Fraktion
Audio [SR 3, Janek Böffel, 14.11.2017, Länge: 00:50 Min.]
Ex-Pressereferentin klagt gegen Saar-AfD-Fraktion

Die 36-Jährige schildert in ihren Aufzeichnungen auch einen Abend in einem Tennisklub in Sulzbach. Thema bei der Veranstaltung war der Bau einer Moschee. Vorher habe einer ihrer Chefs sie angewiesen, sich "hohe Schuhe und ein enges Kleid" anzuziehen. Das wäre doch "sexy" und zöge Blicke auf sich.

Im Tennisklub habe der Mann sich dann angenähert und seine Schulter an sie gedrückt. "Sie hatten das Recht, mich während der Probezeit zu kündigen, das schon. Aber sie hatten nicht das Recht, mich zu mobben, mir den Alltag zur Hölle zu machen und sich mir auch noch körperlich zu nähern", sagte die frühere AfD-Mitarbeiterin.

AfD-Anwalt: "Frei erfunden"

Sie geht nun juristisch gegen die Fraktion vor. Die AfD bestätigte dem SR, dass am Montag ein Gütetermin vor dem Saarbrücker Arbeitsgericht gescheitert war. Der parlamentarische Geschäftsführer der Partei, Lutz Hecker, sagte, weiter wolle man die Sache aber nicht kommentieren.

Der Anwalt der AfD-Fraktion hatte dem Arbeitsgericht Saarbrücken mitgeteilt, bei sämtlichen Vorwürfen handele es sich um "Unterstellungen, die frei erfunden und wahrheitswidrig sind". Bernd Krämer, stellvertretender Geschäftsführer der Saar-AfD und deren kommissarischer Pressesprecher, nannte die Vorwürfe dem stern gegenüber für "von A bis Z erlogen". Eine Einigung komme deshalb nicht infrage.

Video [aktueller bericht, 14.11.2017, ab Min. 15:40]
Nachrichten

Artikel mit anderen teilen