Eine Bedienung trägt in einer Kneipe ein Tablett mit Getränken. (Foto: dpa)

Gewerkschaft beklagt zu wenig Arbeitsschutz

  19.04.2017 | 09:30 Uhr

Im Saarland ist die Zahl der Aufsichtspersonen beim Arbeitsschutz seit 2002 um zwei Drittel gesunken. Die Gewerkschaft NGG hat deshalb die Landesregierung aufgefordert, bei ihren Koalitionsverhandlungen dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

Schichten von mehr als zwölf Stunden, Nichteinhaltung der Ruhezeiten, Schichtblöcke von 24 Tagen am Stück - all das könne im Saarland nicht mehr flächendeckend kontrolliert und geahndet werden, kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Geschäftsführer Mark Baumeister spricht sogar von einer "gewollten Schwächung der Gewerbeaufsicht im Saarland“.

Video [aktueller bericht, 19.04.2017, Länge: 3:03 Min.]
NGG kritisiert saarländische Gastronomie-Arbeitsbedingungen

Flächendeckende Kontrollen verlangt

NGG fordert mehr Arbeitsschutz
Audio [SR 3, Nadine Thielen, 19.04.2017, Länge: 02:59 Min.]
NGG fordert mehr Arbeitsschutz

Seit 2002 ist nach Angaben der NGG die Zahl der Aufsichtspersonen von 58 Personen auf aktuell 16 gesunken. Dies bedeute, dass das Saarland ebenso wie viele andere Bundesländer die Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die Arbeitsaufsicht in Gewerbe und Handel offen missachte.

Bei den Koalitionsverhandlungen müsse dies Thema werden, fordert Baumeister: "Die Landesregierung ist verpflichtet, für eine flächendeckende Kontrolle im Arbeitsschutz zu sorgen."

Über dieses Thema wurde in der Region am Mittag vom 19.04.2017 berichtet.

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