Hebamme bei der Schwangerschaftsbegleitung (Foto: SR)

Beleghebammen fühlen sich benachteiligt

Steffani Balle   06.09.2017 | 19:11 Uhr

Schon lange streiten sich die freiberuflichen Hebammen und Krankenkassen über die Vergütung. Jetzt soll die Bezahlung um 17 Prozent angehoben werden. Die Betreuung von Geburten soll auf zwei begrenzt werden. Der Saarländische Hebammen-Verband reagiert mit Empörung.

Video [aktueller bericht, 06.09.2017, ab Minute 16:15]
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17 Prozent höhere Vergütung, das klinge zunächst mal toll, so die Vorsitzende des Saarländischen Hebammen-Verbandes, Anne Wiesen. Allerdings sei das wegen der anhaltenden Streitigkeiten die erste Gebührenerhöhung seit vier Jahren und die sei festgeschrieben bis 2020. Die Begrenzung auf maximal zwei Geburten gleichzeitig benachteilige Beleghebammen. Sie könnten so zu wenig durch die Geburtshilfe verdienen. Im Krankenhaus angestellte Hebammen betreuten bis zu fünf Geburten gleichzeitig.

Wichtiger Teil fällt weg

Fast die Hälfte aller Geburten im Saarland werde durch Beleghebammen begleitet. Die meisten in den Kliniken Kohlhof, Sankt Wendel und Merzig. Die Stärkung der ambulanten Nachsorge hebele die Wochenbettbetreuung aus. Wenn Frauen zur Hebamme kommen müssten, statt die Hebamme zu Hause erwarten zu können, werde ein wichtiger Teil der Begleitung zwangsläufig nach und nach ganz wegfallen, so Wiesen.

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