Kirchenglocke (Foto: SR Fernsehen)

Ortskirchensteuer für Katholiken

Sabine Wachs / Onlinefassung: Axel Burmeister   09.11.2017 | 10:46 Uhr

Das Bistum Speyer empfiehlt seinen Gemeinden eine Ortskirchensteuer einzuführen. Im Saarland wird diese, zusätzlich zur Kirchensteuer, bereits in den katholischen Pfarreien in Gersheim und Mandelbachtal erhoben. Ab Januar 2018 wird sie auch in zwei Pfarreien in Blieskastel eingeführt. Sie beträgt zehn Prozent des Grundsteuermessbetrags.

Das Bistum Speyer empfiehlt eine Ortskirchensteuer
Audio [SR 3, Sabine Wachs, 09.11.2017, Länge: 02:29 Min.]
Das Bistum Speyer empfiehlt eine Ortskirchensteuer

Im Schnitt sechs Euro pro Jahr wird die Ortskirchensteuer für Katholiken betragen. Das Bistum Speyer teilte auf SR-Anfrage mit, dass jeder, der im Einzugsgebiet der Pfarrei lebt und dort Grundstück oder Eigenheim besitzt, die Ortskirchensteuer bezahlt. Sie wird von der Kommune an die Kirchengemeinde abgeführt. Immer mehr Pfarreien stünden vor sinkenden Einnahmen, allerdings vor gleichbleibenden Ausgaben, erklärte das Bistum.

Mehreinnahmen für Gemeinden

Mit der Ortskirchensteuer ließe sich vermeiden, dass sich die Pfarreien finanziell immer weiter einschränken müssten. So rechnet unter anderem die katholische Gemeinde Heilige Familie in Blieskastel mit Mehreinnahmen von bis zu 10.000 Euro pro Jahr. Mit dem Geld sollen die Pfarreien zum Beispiel die Ausstattung der kirchlichen Kindergärten finanzieren, Kirchenmusiker bezahlen oder den Blumenschmuck für die Kirchen kaufen.

Keine Ortskirchensteuer im Bistum Trier

Studiogespräch: "Es ist ein innerkirchliches Verteilungsproblem"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Christian Otterbach, 09.11.2017, Länge: 02:50 Min.]
Studiogespräch: "Es ist ein innerkirchliches Verteilungsproblem"

Nach Kirchensteuergesetz und Kirchensteuerordnung sind auch die Kirchengemeinden des Bistums Trier berechtigt Ortskirchensteuer zu erheben. Von dieser Erhebung kann nur mit Zustimmung des Bischofs Gebrauch gemacht werden, soweit die Zuweisungen aus Diözesankirchensteuern und die sonstigen Einnahmen zur Deckung des ortskirchlichen Finanzbedarfs nicht ausreichen. Im Bistum Trier wird jedoch nach aktuellem Kenntnisstand weder im rheinland-pfälzischen noch im saarländischen Teil davon Gebrauch gemacht.

Anmerkung: In einer früheren Fassung hieß es, dass die Steuer auch in Gersheim und Mandelbachtal neu eingeführt wird. Das Bistum hat diese erste Auskunft nachträglich korrigiert. In diesen beiden Gemeinden wird die Ortskirchensteuer bereits schon länger erhoben.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 09.11.2017 berichtet.

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