Blick auf die Schuhe von Männern und einer Frau mit hochhackigen Schuhen. (Foto: dpa)

Wenige Frauen in Firmen von Parteien

Uli Hauck   11.01.2017 | 13:01 Uhr

Die deutschen Parteien haben in ihren eigenen Firmen kaum Frauen in Führungspositionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Wirtschaftsprüfung der Saar-Uni. Die Forscher haben über 100 Unternehmen und Beteiligungen von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke und FDP untersucht.

Bei den untersuchten Parteien klaffen der eigene Anspruch und die Wirklichkeit weit auseinander. Denn in den parteieigenen Firmen sind Frauen so gut wie nie am Ruder: Weder in den Führungsetagen noch in den Aufsichtsräten, wenn es denn welche gibt. Ein Ergebnis, das die Saar-Forscher so nicht erwartet haben. Denn schon seit geraumer Zeit fordern alle untersuchten Parteien mehr Frauen in den Chefetagen der DAX-Konzerne oder in Betrieben der öffentlichen Hand. Besonders wenige Frauen in Führungspositionen finden sich bei CDU und SPD. Bei den vier Unternehmensbeteiligungen der Grünen findet sich keine einzige Frau. Ein weiteres Ergebnis: Wenn die Parteien nur eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen haben, ist der Frauenanteil höher.

Beteiligungen an Verlagen, Hotels und Solaranlagen

CDU und SPD sind beispielsweise an Verlagen beteiligt, die Linke besitzt aber unter anderem auch ein Hotel in Thüringen, die Grünen sind an Solaranlagen beteiligt. Da sich die Studie über einen längeren Zeitraum erstreckt hat, wurde die AfD noch nicht untersucht. Die Unternehmensbeteiligungen der Parteien sind umstritten, aber nicht verboten. Denn laut Parteiengesetz müssen die Parteien mindestens 50 Prozent ihrer Einnahmen selbst erwirtschaften.

Über dieses Thema haben auch die Nachrichten des aktuellen berichts vom 11.01.2016 berichtet.

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