Plakat mit Aufschrift (Foto: dpa)

Krankenhausstreiks vorerst abgewendet

  23.01.2017 | 16:30 Uhr

Wegen der Überlastung des Pflegepersonals sind am Montag mehr als 180 Deligierte zusammengekommen, um über künftige Streiks zu beraten. Das Ergebnis: Das Pflegepersonal und die Gewerkschaft Verdi wollen zunächst versuchen, mit Worten zum Ziel kommen.

Es war ein Mini-Warnstreik, aus dem hätte mehr werden können. Am Montag hatte die Gewerkschaft aus jeder Station einen Delegierten abgezogen und zu einer Streikdelegiertenkonferenz nach Dudweiler abgesandt. Dort sollte beraten werden, wie künftig mit der Überlastung des Pflegepersonals umgegangen werden soll. Zunächst einmal mit Worten, so lautet das Ergebnis des Treffens. Demnach will Verdi in der kommenden Woche Gespräche mit den saarländischen Kliniken führen. Größere Streikmaßnahmen sind damit vorerst abgewendet.

Besänftigend wirkte im Vorfeld offenbar die Ankündigung des Sozialministeriums, einen Personalschlüssel im kommenden Krankenhausplan festzuschreiben. Doch Gewerkschaft und Pflegekräfte sind skeptisch. Es habe schon viele Ankündigungen und wirkungslose Programme gegeben, heißt es in einer am Montag verabschiedeten Resolution: "Unsere Skepsis ist groß, dass nach der Wahl nicht umgesetzt wird, was vor der Wahl versprochen wurde."

Hintergrund

Schon seit Jahren leiden Krankenschwestern und Pfleger unter dem herrschenden Personalmangel auf den Stationen. Vor allem nachts müssen sie bis zu 40 Patienten allein betreuen. Wegen des hohen Krankenstands durch Überbelastung würden sie häufig aus freien Tagen zum Dienst gerufen. Eine verlässliche Zeiteinteilung sei nicht möglich. Daher hatte Verdi einen Tarifvertrag zur Entlastung des Klinikpersonals gefordert.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten am 23.01.2017 berichtet.

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