Symbolbild: Ein Krankenpfleger auf der Station eines Krankenhauses  (Foto: dpa)

Klinikleitung überrascht, Verdi legt nach

Kai Forst   28.11.2017 | 22:03 Uhr

Mit einem Ultimatum hat die Leitung der Uniklinik Homburg offenbar nicht gerechnet. Man sei verwundert über die Verschärfung der Diskussion um mehr Personal auf der Krebsstation. Im Gegenzug legt Verdi nach: Wenn die Klinikleitung nicht auf die Forderungen eingehe, "wird die Pflege auf dieser Station ab 1. Februar nicht gesichert sein".

Die Leitung der Uniklinik Homburg zeigt sich überrascht über das Vorgehen der Pflegekräfte der Krebsstation zusammen mit der Gewerkschaft Verdi. Am Montag war die Leitung mit einem Ultimatum konfrontiert worden. Entweder es gibt mehr Personal oder die Beschäftigten schränken ihre Leistungen künftig drastisch ein.

Video [aktueller bericht, 28.11.2017, Länge: 2:24 Min.]
Ultimatum der Pflegekräfte in der Uniklinik

Dass man von dieser Verschärfung der Diskussion vor einem nächsten Gesprächstermin aus der Presse erfahren musste, habe man mit Verwunderung registriert, teilte Pflegedirektor Wolfgang Klein SR.de mit. Schließlich gebe es bereits Gespräche und es seien bereits zusätzliche Stellen genehmigt worden.

"Pflege wird nicht gesichert sein"

Doch auch Verdi-Gesundheits-Sekretär Michael Quetting ist verwundert. Er habe der Klinikleitung im Auftrag der Beschäftigten längst mitgeteilt, dass das zusätzliche Personal nicht genug sei. "Es fehlen derzeit also noch drei Stellen. Und auf diese Stellen beharren die Pflegekräfte", sagte Quetting im Gespräch mit SR.de. Und er stellt noch einmal klar: "Wenn die Klinikleitung diese drei Stellen nicht genehmigt, wird die Pflege auf dieser Station ab dem 1. Februar nicht gesichert sein." Damit unterscheidet sich das Ultimatum in seiner Schärfe deutlich von zurückliegenden Warnstreiks.

In rund zwei Wochen wird es ein erneutes Treffen geben. Pflegedirektor Klein ist nach eigenen Angaben "gesprächsbereit und an einer Lösung interessiert", macht aber zugleich deutlich, dass er davon ausgeht, "dass die Patientenversorgung nach wie vor sichergestellt ist". Klar ist aber auch: Verhandlungsspielraum wird es für die Klinikleitung nicht geben. "Wenn die Klinikleitung gescheit wäre, würde sie auf diese Forderung eingehen", so Verdi-Mann Quetting.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 28.11.2017 berichtet.

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