Ein Beamter des Sondereinsatzkommandos der Polizei (SEK) steht neben einem Fahrzeug. (Foto: picture alliance / Boris Roessler/dpa)

Polizei nimmt drei Terrorverdächtige fest

  13.04.2018 | 14:57 Uhr

Ermittler des Staatsschutzes haben gemeinsam mit Spezialeinheiten am Donnerstagnachmittag in Saarlouis drei syrische Staatsangehörige festgenommen. Die Männer im Alter von 21, 23 und 27 Jahren werden verdächtigt, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein. Konkrete Anschlägspläne in Deutschland habe es aber offenbar nicht gegeben.

Den Hinweis auf die Gruppe erhielt die Polizei nach eigenen Angaben von einem Mitarbeiter einer Flüchtlingsunterkunft außerhalb des Saarlandes. Dieser hatte den 23-jährigen Mann in einem Video erkannt, in dem er mit Handgranaten, diversen Kriegswaffen und in Kampfuniform abgebildet war. Umfangreiche Ermittlungen des Staatsschutzes im Internet und islamwissenschaftliche Bewertungen erhärteten den Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gegen den Mann und seine beiden Komplizen.

Video [aktueller bericht, 13.04.2018, Länge: 3:33 Min.]
Drei Festnahmen wegen Terrorverdacht

Komplizen könnten IS-Anhänger sein

Terrorverdächtige haben vermutlich keine Anschläge geplant
Audio [SR 3, Uli Hauck, 13.04.2018, Länge: 02:20 Min.]
Terrorverdächtige haben vermutlich keine Anschläge geplant

Wie die Polizei im Saarland und die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz weiter mitteilten, versuchte der 23-Jährige zudem, über das Internet Personen aus Deutschland als Kämpfer für den syrischen Bürgerkrieg zu rekrutieren. Dabei sei er für die verbotene terroristische Vereinigung Ahar-Al Sham tätig gewesen. Diese Organisation gehört nach Angaben der Staatsanwaltschaft zum salafistischen Spektrum des Widerstandes und will in Syrien einen islamischen Staat auf der Grundlage der Sharia gründen. Seine beiden Komplizen sollen in Syrien Mitglieder des Islamischen Staates (IS) gewesen sein.

Sowohl der 23-Jährige als auch der 21-jährige Mittäter seien darüber hinaus im Kontext der Ermittlungen als islamistische Gefährder eingestuft worden. Allerdings lägen den Sicherheitsbehörden derzeit keine Erkenntnisse vor, dass die drei Beschuldigten konkrete Anschlagspläne für Deutschland oder Europa geplant hätten.

Haftbefehle gegen Verdächtige verkündet

Den drei Verdächtigen, die alle im Raum Saarlouis wohnten, sind am Freitagmittag vom Haftrichter des Oberlandesgerichtes Koblenz die Haftbefehle wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verkündet worden. Sie wurden danach in drei verschiedene Justizvollzugsanstalten in Rheinland-Pfalz gebracht.

Die saarländische Polizei hatte bereits seit Oktober 2017 unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz gegen die drei Männer ermittelt. Sie waren 2015 als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen und hatten hier Asyl beantragt.

Im Rahmen der Festnahmeaktion sei umfangreiches Beweismaterial, u.a. Handys und Laptops, sichergestellt worden. Die Ermittlungen sowie die Auswertung des Beweismaterials dauern derzeit noch an.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 13.04.2018 berichtet.

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