In Dillingen-Diefflen fegte der Sturm das Dach eines Wohnhauses zur Hälfte weg. (Foto: Jonas Hector/Feuerwehr)

Sturm "Egon" hinterlässt erhebliche Schäden

  13.01.2017 | 21:41 Uhr

Sturmtief "Egon" hat bis zum Freitagvormittag im Saarland für erhebliche Verkehrsbehinderungen und Schäden gesorgt. Die Rettungskräfte seien über 350 Mal ausgerückt, sagte ein Sprecher dem SR. An einigen Orten im Saarland fiel der Strom aus.

SR 3 - Zwischenbilanz zum Sturmtief Egon
Audio [SR 3 Saarlandwelle, 13.01.2017, Länge: 2:49 Min.]
SR 3 - Zwischenbilanz zum Sturmtief Egon

Nach einer arbeitsreichen Donnerstagnacht mit rund 235 Polizei- und weit über 120 Feuerwehreinsätzen im gesamten Saarland beruhigte sich die Situation am Freitagvormittag langsam, wie das Polizeilagezentrum dem SR mitteilte. Die Zahl der Einsätze gehe seit etwa zehn Uhr deutlich zurück.

In der Schulgartenstraße in Dillingen-Diefflen fegte der Sturm in der Nacht das Dach eines Wohnhauses – Schindeln plus Balken – zur Hälfte weg. Verletzt wurde laut Feuerwehr niemand.

Den Großteil der Einsätze machten umgestürzte Bäume aus. 180 konnten laut Polizei in der Nacht dem Sturm nicht standhalten. Außerdem habe es 13 Verkehrsunfälle gegeben, verletzt wurde aber niemand. Daneben löste der starke Wind 28 Alarmanlagen aus. Über das gesamte Saarland verteilt kam es zu zahlreichen Stromausfällen.

Auch im Öffentlichen Nahverkehr kam es wegen der Sturmschäden am Vormittag zu Behinderungen, die die Situation hat sich inzwischen aber wieder normalisiert. Zuletzt wurden nur noch aus dem Landkreis St. Wendel Behinderungen im Busverkehr gemeldet.

Sturmtief "Egon" wütet über das Land
Video [SR.de, 13.01.2017, Länge: 0:35 Min.]
Sturmtief "Egon" wütet über das Land

Züge krachen in umgestürzte Bäume

Saarlandweit behinderten umgestürzte Bäume auch den Zugverkehr, wie die Bundespolizei mitteilte. Betroffen waren die Strecken von Lautzkirchen nach St. Ingbert, von Türkismühle nach Neunkirchen, von Bexbach nach Homburg, von Lebach nach Illingen und von Neunkirchen nach Quierschied. Sämtliche betroffene Reisende blieben demnach unverletzt, mussten in allen Fällen aber mit dem Taxi weiterfahren, wie die Beamten weiter mitteilten. An Triebfahrzeugen und Oberleitungen sei insgesamt "ein erheblicher Sachschaden" entstanden.

Video [aktueller bericht, 13.01.2017, Länge: 2:39 Min.]
Sturmtief sorgt für Chaos im Saarland

In Blieskastel beispielsweise fuhr eine Regionalbahn in einen umgestürzten Baum. Der schwer ramponierte Zug stand mitten auf dem Bahnübergang bei Blieskastel-Lautzkirchen. Dadurch kam es auch zu Behinderungen im Straßenverkehr in Blieskastel. Auch zwischen St. Wendel und Oberlinxweiler fuhr ein Zug mit 15 Reisenden in einen umgestürzten Baum. Der Zug wurde schwer beschädigt, konnte aber bis in den nächsten Bahnhof weiterfahren. Die Bahnstrecke war an der Unfallstelle wegen der Bergungsarbeiten für etwa eine Stunde gesperrt.

Feuerwehr im Einsatz

Die Saarbahn hatte ebenfalls kurzzeitig mit dem Wetter zu kämpfen: Ein umgestürzter Baum lag in der Oberleitung im Haltestellen-Bereich Lebach-Süd. Für den Feuerwehreinsatz musste für eine halbe Stunde der Storm auf der Strecke abgestellt werden. Laut Leitstelle fahren die Saarbahn und alle Busse mittlerweile aber wieder ganz normal.

Züge heute langsamer unterwegs

Egon beschert unruhige Nacht
Audio [SR 2 KulturRadio, 13.01.2017, Länge: 1:22 Min.]
Egon beschert unruhige Nacht

Für mehrere Bundesländer wurde eine Unwetterwarnung herausgegeben. Auch in Rheinland-Pfalz und in Hessen stürzten zahlreiche Bäume um, zwei Bahnstrecken nahe Frankfurt mussten gesperrt werden. Die Deutsche Bahn kündigte an, dass wegen des Wetters die Fernverkehrszüge am Donnerstag höchstens 200 Stundenkilometer schnell fahren. Daher könne es zu längeren Fahrzeiten kommen.

Bevor er Deutschland erreichte, hatte der Sturm im Norden Frankreichs zu massiven Stromausfällen geführt. Rund 190.000 Haushalte, vor allem in der Normandie und der Picardie, waren betroffen. In Großbritannien wurden wegen der erwarteten Sturmflut mehrere Ortschaften an der Ostküste evakuiert.

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