Reparaturarbeiten an einer Eisenbahnbrücke (Foto: dpa)

Marode Bahnbrücken sollen saniert werden

Thomas Braun   01.04.2017 | 09:00 Uhr

In Deutschland läuft derzeit ein milliardenschweres Programm zur Erneuerung von Eisenbahnbrücken. Das Saarland profitiert vorerst nur wenig davon. Doch bis 2026 soll auch hier ein Großteil der maroden Brücken saniert werden.

Über 300 Eisenbahnbrücken gibt es im Saarland, 22 davon sind derzeit dringend sanierungsbedürftig. Sie gehören zur Zustandskategorie vier. Das heißt, sie sind so marode, dass nur ein Neubau oder eine grundlegende Erneuerung in Frage kommen - auch wenn die Bahn betont, dass die Verkehrssicherheit gegeben ist und regelmäßig überprüft werde.

Bundesweit waren 2015 rund 1400 Eisenbahnbrücken als dringend sanierungsbedürftig eingestuft. Deshalb hat der Bund gemeinsam mit der Bahn ein 28 Milliarden Euro schweres Sanierungsprogramm aufgelegt. Innerhalb dieser sogenannten Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II) sollen bis 2019 unter anderem 875 Brücken saniert werden. Bis Ende 2016 hat die Bahn nach eigenen Angaben 214 Brücken erneuert.

Im Saarland ist mit der Eisenbahnüberführung Fremersdorf erst eine Brücke saniert worden. 2017 sollen Brücken in Beckingen und Besseringen in Betrieb genommen werden, zudem soll eine weitere verfüllt werden. Ende 2017 werden aller Voraussicht also noch 19 Brücken zur niedrigsten Zustandskategorie gehören.

21 saarländische Brücken sollen bis 2026 saniert werden

In den Folgejahren soll dann aber auch ein Großteil dieser Brücken erneut oder verfüllt werden. Insgesamt 14 Eisenbahnüberführungen der vierten Kategorie und zudem sieben der dritten Kategorie stehen nach Angaben einer Bahnsprecherin bis 2026 auf der Liste.

Damit wäre ein Großteil der Brücken der niedrigsten Zustandskategorie erneuert - wenn nicht in der Zwischenzeit weitere Brücken heruntergestuft werden. Über die Hälfte der saarländischen Brücken ist älter als 80 Jahre, mehr als 70 Brücken zählen schon zur zweitniedrigsten Kategorie drei.

Grüne: Nicht nur dem Verfall hinterherbauen

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel kritisiert, dass mit dem milliardenschweren Programm falsche Prioritäten gesetzt würden. "Bei der Sanierung müssen sich Bund und Bahn verstärkt auf diejenigen Brücken konzentrieren, bei denen dies wirtschaftlich sinnvoll ist und nicht wie bisher dem Verfall hinterherbauen", fordert Tressel. "Auf diese Weise können mit weniger Steuergeldern mehr Brücken in kürzerer Zeit instand gehalten werden." Die Bahn verweist jedoch darauf, dass Instandhaltungs- und Präventionsmaßnahmen laufend durchgeführt werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 01.04.2017 berichtet.

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