Bushaltestelle (Foto: SR)

Kritik an der Preiserhöhung des SaarVV

Felicitas Fehrer   06.12.2017 | 13:28 Uhr

Im neuen Jahr erhöht der saarländische Verkehrs-Verbund die Ticketpreise um knapp zwei Prozent. Hauptsächlich betroffen sind Schüler. Das sorgt für Kritik, unter anderem aus den Reihen der Linken und der Grünen.

Ab dem 01. Januar müssen Schüler 50 Cent mehr für ihr Monatsticket zahlen – 58 Euro statt 57,50 Euro. Der Grund für die Tariferhöhungen liegt laut SaarVV-Geschäftsführerin Elke Schmidt in erster Linie an den gestiegenen Lohn- und Sachkosten. Darunter fallen auch Investitionen in Fahrzeuge. Außerdem spiele die Investition in die Digitalisierung mit ein. Denn SaarVV plant, ein Handyticket und eine Chipkarte einzuführen, die die Kunden künftig mit Geld aufladen können.

Kritik von den Grünen: Busse und Bahnen unattraktiv

Grünen-Politiker Markus Tressel kritisiert die neuerliche Preiserhöhung beim SaarVV scharf: „Die durchschnittlichen Fahrpreise wurden in den vergangenen fünf Jahren bereits um stattliche 18 Prozent erhöht. Unter den massiven Preiserhöhungen leidet die Attraktivität der Busse und Bahnen im Saarland enorm.“ Dementsprechend müsse man sich nicht wundern, dass die Fahrgastzahlen im Saarland deutlich hinter denen in vergleichbaren Regionen Deutschlands zurückblieben.

„Wie die Grünen auf eine Preiserhöhung von 18 Prozent kommen, ist mir ein Rätsel“, sagt Schmidt. Laut SaarVV-Geschäftsführerin wurden die Tarife in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 13 Prozent erhöht. Vor allem im Bundesdurchschnitt seien die Tarife des SaarVV vergleichsweise moderat. „Ein Bürgerticket kostet 86 Euro im Monat - das sind 2,86 Euro am Tag. Dafür kann man so oft wie man möchte bis nach Saargemünd fahren. Wenn man das mit dem Preis eines Liters Benzin vergleicht, stellt man fest: So teuer ist das nicht“, sagt ein Sprecher von SaarVV.

Zu wenig Schüler im Saarland

Auch Linken-Politiker Thomas Lutze bemängelt den Preisanstieg. „Wer mehr Fahrgäste in Busse und Bahnen locken will, muss die Preise für Fahrscheine senken statt anheben“, so Lutze. Laut Schmidt sei dies aber auf Grund der demografischen Entwicklung kostentechnisch nicht aufzufangen. Der Grund: Es gibt immer weniger Schüler im Saarland.  „Da unsere Kunden zu 80 Prozent Schüler sind, ist es unwahrscheinlich, dass die Nachfrage groß genug sein wird. Also müssen wir das kostentechnisch irgendwie ausgleichen.“

Nichtsdestotrotz ist SaarVV bestrebt, die öffentlichen Verkehrsmittel weiterhin für Saarländer attraktiv zu machen. „Wir sind im engen Dialog mit der Landesregierung, um eine Lösung zu finden“, sagt Schmidt. Was damit konkret gemeint ist, soll bis zur MItte des nächsten Jahres bekanntgegeben werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 06.12.2017 berichtet.

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