Rosen blühen in einem Schrebergarten.  (Foto: dpa)

Kleingärtner verlieren ihr "Zweites Wohnzimmer"

  12.07.2017 | 10:00 Uhr

Am Saarbrücker Ostbahnhof soll ein neues Wohn- oder Mischgebiet entstehen. Bislang stehen auf dem Gelände mehrere Schrebergärten. Die zwölf Kleingärtner müssen bis Ende Oktober ihre Gärten aufgeben. Kritik kommt von der Stadtratsfraktion der CDU: Die wehrt sich gegen eine Komplett-Bebauung der Kleingartenanlage.

Kleingärtner vom Ostbahnhof in SB sollen Wohnungen weichen
Audio [SR 3, (c) SR - Patrick Wiermer, 12.07.2017, Länge: 03:07 Min.]
Kleingärtner vom Ostbahnhof in SB sollen Wohnungen weichen

Die Deutsche Bahn will das rund 5000 Quadratmeter große Gelände an einen Investor verkaufen. Die Kleingärten sollen einem Wohn- oder Mischgebiet weichen. Die Pächter hatten im Februar eine Kündigung zum 1. November erhalten. Konkrete Pläne liegen aber auf SR-Anfrage noch nicht vor.

Die Stadtratsfraktion der CDU bezeichnete die Kündigung der Pachtverträge mit zwölf Kleingärtnern und drei Anwohnern durch die Bahn als „starkes Stück Unverfrorenheit“. Der baupolitische Sprecher Hermann Hoffmann sagte, dass die Fraktion einem entsprechenden Bebauungsplan mit Änderung des Flächennutzungsplan keinesfalls zustimmen werde. Eine Bebauung könne sich die CDU lediglich auf einem „bescheidenen Baufeld“ gegenüber der Ecke St. Ingberter Straße/Rentrischer Straße vorstellen.

Video [aktueller bericht, 12.07.2017, Länge: 3:03 Min.]
Kleingärtner sollen ihre Kolonie räumen

Die Gärten wurden ursprünglich von der Bahn für eine geringe Pacht an pensionierte Bahnmitarbeiter vergeben. Zum Teil bewirtschaften die heutigen Kleingärtner ihre Schrebergärten seit über 30 Jahren. Die Bahn teilte auf Anfrage mit, sie werde von sich aus keine Ausweichflächen anbieten.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.07.2017 berichtet.

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