Musikschule: Schüler beim Geigenunterricht (Foto: SR)

Musikschulen sehen sich durch CETA bedroht

Kristin Luckhardt   20.11.2016 | 08:30 Uhr

Der Verband deutscher Musikschulen Saar warnt vor negativen Folgen des CETA-Abkommens auf die öffentlichen Musikschulen. Der Merziger Musikschulchef Dieter Boden sagte dem SAARTEXT, zu befürchten sei, dass die öffentlichen Musikschulen keine Gelder vom Land mehr bekämen.

Ohne öffentliche Gelder könnten die öffentlichen Musikschulen aber nicht weiter existieren, denn sie arbeiteten defizitär. Das gelte auch für die Hochschule für Musik Saar und das Saarländische Staatstheater. Die Defizite dieser Institutionen würden nicht mehr aufgefangen, wenn es keine öffentliche Bildungs- und Kulturfinanzierung gäbe.

Kosten nicht durch das Schulgeld gedeckt

Musikschulleiter Boden erklärte, die öffentlichen Musikschulen seien in ihrem eigenen Verständnis gemeinnützig. Sie erfüllten einen Bildungsauftrag der Landkreise und der Kommunen. Unabhängig von finanziellen Möglichkeiten, von Herkunft oder Alter könnten sich Bürger hier auch außerhalb der Ballungszentren musikalisch bilden.

Zu den Angeboten gehörten die kostenlose Teilnahme an Ensembles und Theorieunterricht. Die öffentlichen Musikschulen leisteten damit einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Sie verursachten allerdings Kosten, die durch das Schulgeld nicht gedeckt seien. Ein gewerblicher Anbieter könne diese Kosten nicht tragen.

Elf öffentliche Musikschulen im Saarland

Im Saarland erhalten nach Angaben des Verbands deutscher Musikschulen derzeit elf öffentliche Musikschulen einen Zuschuss der Landesregierung. Acht dieser Musikschulen sind Mitglied im Verband. Die anderen drei erfüllen nach Verbandsangaben nicht die eigenen Qualitätsrichtlinien. Die Verbandsschulen unterrichten derzeit rund 10.000 Schüler.

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