Justitia  (Foto: dpa)

Liegestütz-Künstler erhält Geldstrafe

Patrick Wiermer   17.01.2017 | 16:00 Uhr

Der Künstler Alexander Karle ist vom Amtsgericht Saarbrücken wegen Hausfriedensbruch und Störung der Religionsausübung zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt worden. Karle hatte für eine Performance auf dem Altar der Basilika St. Johann 30 Liegestütze gemacht. 

Im Januar 2016 bestieg Karle den Altar der Basilika St. Johann in Saarbrücken und machte Liegestütze. Mit seiner Aktion übte er nach eigenen Angaben Kritik an der Leistungsgesellschaft. Die Kirche stellte daraufhin Strafantrag wegen Hausfriedensbruch. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zudem wegen Störung der Religionsausübung. Karle erhielt zunächst einen Strafbefehl über 1500 Euro. Dagegen legte der Künstler Widerspruch ein und verwies auf die Kunstfreiheit.

Video [aktueller bericht, 17.01.2017, Länge: 3:13 Min.]
Urteil wegen Liegestützen auf Altar

Das Gericht betonte nun in seiner Entscheidung, dass die Kunstfreiheit an strafrechtliche Grenzen gebunden ist. Karle bereute die Tat: Er habe keine Gefühle verletzen wollen.

Über die Grenzen der Kunstfreiheit
Audio [SR 2, 17.01.2017, Länge: 5:29 Min.]
Über die Grenzen der Kunstfreiheit

Dennoch will der Künstler gegen das Urteil Berufung einlegen. Das Video der umstrittenen Performance ist derweil weiter zu sehen und sorgt nicht nur für Streit. Geplant ist unter anderem eine Ausstellung und Diskussion in einer Kirche der Pfarrgemeinde St.Johann. 

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 17.01.2017 berichtet.

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