Schriftzug "Theater Trier" (Foto: SR)

Untreueverdacht gegen Trierer Ex-Theaterintendant

Barbara Grech / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   03.07.2017 | 16:02 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Trier hat ein Ermittlungsverfahren gegen Karl Sibelius, den ehemaligen Theaterintendanten und Thomas Egger, den ehemaligen Kulturdezernenten der Stadt Trier eingeleitet. Es geht um den Anfangsverdacht der Untreue.

Der Etat für das Theater Trier wurde in den Jahren 2015 und 2016 um drei Millionen Euro überzogen. Dafür verantwortlich ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft unter anderem der ehemalige Intendant Karl Sibelius, der neben der künstlerischen auch die kaufmännische Leitung des Theaters innehatte.

Aber auch der ehemalige Kulturdezernent, Thomas Egger, könnte in die Sache verwickelt sein. Ab Juni 2016 hatte er gemeinsam mit Sibelius die Budgetverantwortung für den Etat wahrgenommen, deswegen kann er laut Staatsanwaltschaft möglicherweise mitverantwortlich sein. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der Stadt Trier ein Vermögensschaden entstanden ist.

Konsequenzen in Trier

Sibelius' Berufung an das Stadttheater Trier sorgte vor zwei Jahren für bundesweites Interesse, weil er sowohl die künstlerische als auch die kaufmännische Leitung des Theaters übernahm. Normalerweise werden diese beiden Funktionen von zwei Personen besetzt. Im Herbst vergangenen Jahres trennte sich die Stadt Trier mit einer Abfindungssumme von 300.000 Euro von Sibelius, der in seine Heimatstadt Linz zurückgekehrt ist und dort wieder als Schauspieler arbeitet.

Das Theater Trier bekommt zur Spielzeit 2018/19 mit Manfred Langner einen neuen Intendanten. Bislang ist er als Leiter der Schauspielbühnen Stuttgart tätig. Bei der Besetzung der Positionen scheint die Stadt Trier aus ihren Fehlern gelernt zu haben: Die kaufmännische und künstlerische Leitung wird künftig wieder mit zwei Personen besetzt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichen vom 03.07.2017 berichtet.

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