Die Facebook-Seite des Jesidischen Kulturvereins Saarland e.V. (Foto: SR)

Jesidisches Kulturzentrum in Illingen öffnet

Sabine Wachs   12.08.2017 | 16:04 Uhr

In Illingen hat am Samstag jesidisches Kulturzentrum eröffnet. Die Volksgruppe im Nordirak rückte vor drei Jahren ins Licht der Weltöffentlichkeit, als bekannt wurde, dass die Terrormiliz IS sie brutal verfolgte. Das neue Kulturzentrum soll ein offenes Haus für Jesiden und Nicht-Jesiden sein.

Jesidisches Kulturzentrum in Illingen öffnet
Audio [SR 3, (c) SR, 12.08.2017, Länge: 00:56 Min.]
Jesidisches Kulturzentrum in Illingen öffnet

Voriges Jahr hat der jesidische Kulturverein im Saarland die frühere Spielothek in Illingen gekauft und umgebaut. Der Kulturverein möchte sich vor allem in der Jugendarbeit und Altenpflege engagieren, zudem Ansprechpartner für die Landesregierung sein, wenn beispielsweise kurdische Dolmetscher gebraucht werden.

Das Kulturhaus eröffnete am Samstag offiziell im Rahmen eines Nachbarschaftsfests. Dabei will die Gemeinde auch an das Massaker an den Jesiden durch die Terrormiliz IS erinnern. Im August 2014 tötete die Terrororganisation über 5000 jesidische Männer und Jungen im irakischen Shingal, mehrere Tausend Frauen und Mädchen wurden verschleppt.

Religiöse Minderheit

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit und stammen aus dem Nahen Osten, ihre heiligen Stätten befinden sich im Irak. 700.000 Jesiden gibt es weltweit, etwa 120.000 in Deutschland. Im Saarland gibt es mit rund 2000 Gläubigen eine relativ große Gemeinde.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3 Rundschau vom 12.08.2017 berichtet.

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