SR-Korrespondent Norbert Carius (Foto: SR)

"Blick hinter die Kulissen des Hauptstadtstudios"

Ein Interview von Katrin König   28.08.2016 | 10:00 Uhr

Zum Start des Hauptstadtstudioblogs hat SR.de mit Hauptstadtkorrespondent Norbert Carius gesprochen. Als Fernseh-Korrespondent des Saarländischen Rundfunks unter anderem für die Tagesschau beobachtet Carius seit vielen Jahren das bundespolitische Geschehen in Berlin - und hat dabei immer ein Auge auf die Auswirkungen aufs Saarland.

SR.de: Wie sieht dein Tagesablauf als SR-Fernsehkorrespondent im Hauptstadtstudio in Berlin aus?

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Profil von Norbert Carius
Zu den Beiträgen von Norbert Carius auf dem Hauptstadtstudioblog.

Norbert Carius: Was man von uns Hauptstadt-Korrespondenten im Fernsehen sieht, ist nur die Spitze des Eisberges. Vor jedem Tagesschau-Beitrag stehen viel Recherche, zahlreiche Gespräche und natürlich Dreh und Schnitt. Weil selbst spannende Berliner Themen oft keinen Platz in den „offiziellen“ Nachrichtensendungen finden, da sie einfach zu kurz sind für das ganze Weltgeschehen, machen wir jetzt den Hauptstadtstudioblog. Dort berichten Korrespondenten aus Fernsehen und Hörfunk über ihre tägliche Arbeit und erzählen auch die Storys vom Rande des Polit-Lebens, die die Tagesschau nicht bringen kann.

SR.de: Ist dir in deiner Zeit in Berlin ein Ereignis besonders im Gedächtnis geblieben?

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ARD Hauptstadtstudioblog
Die Korrespondenten im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin berichten für ihre Landesrundfunkanstalten über das politische Geschehen im Bund. Einen Blick hinter die Kulissen bieten sie jetzt über einen eigenen Blog.

Carius: Eindrucksvoll und spannend sind natürlich immer die Bundestagswahlen, vor allem, wenn sie so knapp ausgehen wie 2002 und 2005. Und natürlich der Wahlkrimi bei der Bundesversammlung 2010, als Christian Wulff drei Wahlgänge brauchte, um schließlich mit Hilfe der Linkspartei (die sich nicht durchringen konnte, für Joachim Gauck zu stimmen) zum Bundespräsidenten gewählt zu werden. Damals haben wir mehr als neun Stunden durchgesendet, und ich wurde immer wieder vom Fraktionssaal der Linken aus geschaltet.

SR.de: Vermisst du in Berlin manchmal das Saarland?

Carius: Ich bin ja seit fast 25 Jahren weg, erst in Bonn und Paris, seit 1999 in Berlin. Trotzdem habe ich noch viele Freunde in der alten Heimat (im Saarland und in der Pfalz), die ich gerne besuche. Am meisten fehlt mir in Berlin die Nähe zu Frankreich – aber das gleiche ich durch Kontakte zu französischen Kollegen und zur Botschaft wenigstens ein bisschen aus.

SR.de: Was ist die Zielsetzung des neuen Blogs? Was habt ihr also konkret damit vor?

Carius: Mit dem Blog wollen wir allen Politik-Interessierten die Möglichkeit geben, eine bisschen tiefer hinter die Kulissen des Polit-Theaters zu schauen und direkt an unserer Korrespondenten-Arbeit teilzuhaben. Dort gibt es eben nicht nur die fertigen Filme, sondern schnell und direkt wichtige Termine (die „Tageskarte“), Kurzkommentare oder Interview-Ausschnitte. Wir fragen öfter mal nach, was aus den Ankündigungen der Politiker geworden ist („Was hat's gebracht?“), oder checken, ob eine Behauptung denn auch wirklich stimmt („Faktencheck“). Und wenn es mal lustig wird im Regierungsviertel, berichten wir natürlich auch über Buntes. Reinschauen lohnt sich!

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