Feuerwehrleute im Einsatz beim Brand in Schwalbach-Elm (Foto: SR)

Ermittler suchen nach Ursache für Feuer in Elm

Caroline Uhl / mit Informationen von Eva Lippold und dpa   10.01.2017 | 21:38 Uhr

Nach dem Feuer mit drei Toten in Schwalbach-Elm suchen die Brandermittler der Polizei weiter nach dem Auslöser für das verheerende Feuer. Die Gemeinde organisiert Hilfe für das überlebende Mädchen und seine Großmutter. Die Rettungskräfte zeigen sich indes verärgert über fragwürdige Aktionen einiger Internet-Nutzer.

Das Feuer war am Montag im Obergeschoss eines Wohnhauses in der Straße Am Morgenstern in Schwalbach-Elm ausgebrochen. Bei dem Brand kamen ein 36-jähriger Familienvater, seine 34-jährige Frau und dessen fünfjähriger Sohn ums Leben. Die Obduktion ergab, dass die sie an den Folgen einer Rauchgasvergiftung in Verbindung mit hoher Hitze-Einwirkung stgarben. Die neun Jahre alte Tochter der Familie konnte ins Erdgeschoss zur Großmutter flüchten.

Noch ist unklar, wie es zu dem verheerenden Feuer kam. Die Suche nach der Brandursache blieb am Dienstag erfolglos. Auch ist weiterhin unklar, in welchem Raum das Feuer ausbrach. Am Mittwoch soll ein externer Sachverständiger die Ermittler untersützen. Rechtsmediziner untersuchten am Dienstag die Leichen der drei Toten. Demnach starben alle an einer Rachgasvergiftung in Verbindung mit großer Hitze.

Nach dem tödlichen Brand in Elm
Audio [SR 3 Saarlandwelle, 10.01.2017, Länge: 03:09 Min.]
Nach dem tödlichen Brand in Elm

"Werden helfen, wo wir können"

In Schwalbach sitzt der Schock derweil noch tief. „Es hat mich persönliche sehr, sehr betroffen gemacht. Das kann man nicht in Worte fassen", sagt Schwalbachs Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer (CDU). "Das ist menschlich eine Tragödie und ich habe das hier miterlebt vor Ort gestern Nachmittag, wie man die drei leblosen Personen aus dem Haus getragen hat. So etwas bleibt sprichwörtlich in den Kleidern hängen. Da muss man auch selbst ein bisschen arbeiten." Es falle ihm schwer, "aber außer jetzt mein Mitgefühl auszudrücken, bleibt einem nicht viel an Worten. Wir werden helfen, wo wir können“, verspricht Neumeyer.

Bei der örtlichen Sparkasse habe er am Morgen bereits ein Hilfskonto eingerichtet. Die Gemeinde ebenso wie der Elmer Ortsrat, der Landkreis und das Sozialministerium hätten Geld in Aussicht gestellt.

Das Mädchen und seine Großmutter wurden am Montag zunächst in einem Krankenhaus behandelt. Vorerst sind sie nun bei Nachbarn untergekommen. Auch der örtliche Pastor kümmere sich um die beiden, sagt Neumeyer.


Spendenaufruf - Hilfsfond „Brandunglück Elm“
Hilfsfond „Brandunglück Elm"
IBAN: DE 64 593 501 100 370 051 450
BIC:KRSA DE 55XXX
Kreissparkasse Saarlouis


"Temperaturen waren immens"

Verarbeiten müssen nun auch die Rettungskräfte das Erlebte. Allein von der Feuerwehr waren am Montag 50 Leute im Einsatz. Wehrführer Hermann-Josef Schudell war bereits drei Minuten nach dem Alarm vor Ort. „Aus dem hinteren Bereich der Fenster schlugen Flammen, sechs, sieben Meter hoch, heraus", erinnert er sich.

Mit acht oder neun Angriffstrupps – Zweiergruppen, die als erstes bei einem Brand ein Gebäude betreten – sei die Feuerwehr in das Haus gegangen. "Die ersten Trupps, die herauskamen, hatten Verformungen am Helm, die Wärmebildkamera war schon angekokelt", sagt Schudell. "Die Temperaturen hier oben in dem Gebäude waren immens.“

"Hilfe wäre dienlicher gewesen"

Gleich am Montag verbreiteten sich wilde Gerüchte rund um den Brand im Internet. Die Einsatzkräfte seien zu spät angerückt, hieß es dort, und sie hätten eine Stunde gebraucht. Für solche Diskussionen, zumal sie inhaltlich falsch sind, hat Brandmeister Schudell kein Verständnis. „Ich finde das immer ein bisschen komisch: Auf Facebook war ein Livestream, in diesem Livestream hat man gesehen, wie ich angefahren bin", erinnert er. Wenn diejenigen, die derartige Videos drehten, "vielleicht 20 Meter weitergegangen wären und geholfen hätten, wäre das dienlicher gewesen, als einen Film ins Internet zu stellen“.

Die Gemeinde Schwalbach organisiert Hilfe für die Betroffenen des Unglücks. Wer sich beteiligen will, kann sich an die Gemeinde wenden.

Video [aktueller bericht, 10.01.2017, Länge: 2:14 Min.]
Ermittler untersuchen Brandursache in Elm

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