Jugendliche Flüchtlinge (Foto: dpa)

Projekte für traumatisierte Flüchtlinge vor dem Aus

Patrick Wiermer   09.02.2018 | 12:02 Uhr

Die Projekte HELP und HOPE im psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge des DRK in Burbach stehen vor dem Aus. Beide bieten psychologische Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge. Die Nachfrage ist groß, doch die Finanzierung ist unklar. Zurzeit verhandelt das DRK mit dem Sozialministerium.

Das Projekt HELP betreute innerhalb eines Jahres 17 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren, in den meisten Fällen Jungs. Neben den Therapiegesprächen bot das DRK auch die Dienste von Dolmetschern und Hilfe bei Behördengängen an. Allerdings ist die Finanzierung von HELP - rund 60.000 Euro von Amnesty International - im Januar ausgelaufen.

Große Nachfrage bei den Projekten

Burbach: DRK-Flüchtlingsprojekt vor dem Aus
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 09.02.2018, Länge: 02:27 Min.]
Burbach: DRK-Flüchtlingsprojekt vor dem Aus

Auch dem Projekt HOPE, das sich an traumatisierte Erwachsene richtet, droht das Aus. Hier ist die Finanzierung nur bis Juni gesichert. Bei beiden Projekten sei die Nachfrage groß, sagt Teamleiterin Rabea Pallien. Das DRK verhandelt deshalb mit dem Sozialministerium zurzeit um eine Sockelfinanzierung in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr. Diese Summe investieren laut Pallien andere Bundesländer in ähnliche Therapieangebote.

Sozialministerium unterstützt HOPE und HELP

"Das Sozialministerium hat seine grundsätzliche Unterstützung zum Erhalt der Projekte zugesagt," erklärte Staatssekretär Stephan Kolling anlässlich der Berichterstattung. Das Psychosoziale Zentrum in Burbach halte wichtige und notwendige Hilfs- und Unterstützungsleistungen vor.

Im Zuge dessen wies Kolling aber auch darauf hin, dass sich alle beteiligten Partner an der Finanzierung beteiligen müssten. Dazu sei das Ministerium bereits mit dem Träger des Projektes in Gespräch, aber auch die Psychotherapeutenkammer sei gefragt. Das Sozialministerium selbst beabsichtige rund 40.000 Euro einzubringen und habe zudem das Projekt beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur finanziellen Förderung eingereicht.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 09.02.2018 berichtet.

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