Großbrand: Frau soll Kissen angezündet haben

  04.12.2017 | 18:23 Uhr

Nach einem Brand mit vier Todesopfern am Sonntag in Saarbrücken hat die Polizei eine 37-jährige Hausbewohnerin festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft steckte sie ein Kissen in Brand und verließ dann das Haus. Gegen sie wurde Haftbefehl erlassen.

Studiogespräch: "Der Verdacht scheint sich erhärtet zu haben"
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 04.12.2017, Länge: 03:58 Min.]
Studiogespräch: "Der Verdacht scheint sich erhärtet zu haben"

Das Feuer war im Ein-Zimmer-Appartement der 37-Jährigen ausgebrochen. Ihr wird Brandstiftung mit Todesfolge vorgeworfen. Es bestehe der dringende Tatverdacht, dass sie in ihrer Wohnung ein Kopfkissen ihres Bettes mit Feuerzeugbenzin tränkte und anzündete. Anschließend habe sie das Haus verlassen. Am späten Sonntagabend nahm die Polizei die 37-Jährige fest. Bei einer Verurteilung droht ihr eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Zuvor hatte die Polizei zunächst vergeblich nach der Frau gesucht, gegen 22.30 Uhr erschien sie dann plötzlich in der Saaruferstraße. Laut Staatsanwaltschaft gab sie sich dort "als Verursacherin des Brandes zu erkennen".

Die Brandermittler sind unterdessen weiter vor Ort. Vermutlich wird ein externer Sachverständiger hinzugezogen. Der soll dann auch untersuchen, ob die Vorschriften zum Brandschutz in dem sechsgeschossigen Gebäude eingehalten worden waren.

Alle Toten identifiziert

Polizeisprecher Georg Himbert zum Brand in der Saaruferstraße in Saarbrücken
Audio [SR 1, (c) SR, 04.12.2017, Länge: 01:59 Min.]
Polizeisprecher Georg Himbert zum Brand in der Saaruferstraße in Saarbrücken

Vier Personen waren bei dem Feuer am Sonntagmittag in der Saarbrücker Saaruferstraße ums Leben gekommen. Mittlerweile sind alle Leichen identifiziert. Nach Polizeiangaben starben bei dem Brand drei 69, 70 und 46 Jahre alten Bewohner des Hauses. Zudem kam ein 29-jähriger Mann ums Leben, der offenbar nur als Besucher im Haus war. Ein Toter wurde in einer Wohnung in der dritten, drei weitere Tote in Wohnungen in der vierten Etage gefunden. Sie starben an Rauchvergiftungen.

Zahlreiche weitere Personen trugen Verletzungen davon. Ein 42-Jähriger verletzte sich lebensgefährlich, weil er aus Panik in den Innenhof gesprungen war. Sein Zustand gilt mittlerweile als stabil. Bei dem Einsatz wurden außerdem fünf Feuerwehrleute verletzt. Das Wohnhaus, in dem 57 Personen gemeldet sind, ist nach Polizeiangaben weiter gesperrt. Das Haus sei durch den Rauch kontaminiert. Die Bewohner seien bei Freunden und Bekannten untergekommen oder in Wohnungen, die die Stadt vermittelt habe.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 04.12.2017 berichtet.

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