Ein Geistlicher hält die Hände zum Gebet. (Foto: dpa/Rolf Vennenbernd)

Priester vor Kirchengericht: Kritik am Vatikan

  12.01.2018 | 21:45 Uhr

An der Entscheidung des Vatikans, den Ex-Pfarrer von Freisen vor ein kirchliches Gericht zu stellen, hat der Anwalt des Geistlichen scharfe Kritik geübt. Der Jurist warf der Kirche vor, an seinem Mandanten ein Exempel statuieren zu wollen. Gegen den Kirchenmann gibt es Missbrauchsvorwürfe.

Mit seinem Mandanten wolle die Kirche "einen Sündenbock" haben. Der Fall solle dokumentieren, "dass man in Zukunft aktiver sein will", sagte Anwalt Guido Britz.

Priester bestreitet Vorwürfe

Video [aktueller bericht, 11.01.2018, Länge: ab Min. 16:50]
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Die Leitlinien der Kirche sehen vor, auch strafrechtlich verjährten Missbrauchsvorwürfen nachzugehen. Das hatte die Ermittlungen gegen den Ex-Pfarrer angestoßen, nachdem er mehrfach belastet worden war. Der Mann selbst bestreitet die Vorwürfe. Das angekündigte Verfahren sieht Britz deshalb auch als Chance zur Rehabilitierung seines Mandanten. "Er ist durch das Verfahren erheblich belastet, das muss man sehen persönlich, familiär, wie auch vom Umfeld her", sagte Britz.

Der Priester ist seit drei Jahren im Ruhestand. Er lebt nicht mehr in Freisen. Bei einem Schuldspruch droht ihm der Verlust des Priesteramts.

Über dieses Thema wurde auch im Nachrichtenblock des aktuellen berichts vom 11.01.2018 berichtet.

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