Soldaten im Ersten Weltkrieg bei der Mobilmachung (Foto: dpa)

Der Erste Weltkrieg an der Saar

Michael Schmitt/red  

1914 begann der Erste Weltkrieg. Er war der erste industriell geführte Massenkrieg in der Geschichte der Menschheit. Am Ende befanden sich drei Viertel der Weltbevölkerung im Kriegszustand - mehr als 17 Millionen Menschen starben. Auch im Saarland hat der Krieg seine Spuren hinterlassen.

Am 28. Juni 1914 wurde der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo ermordet. Anschließend überschlugen sich die Ereignisse und wenige Wochen später befand sich auch Deutschland im Krieg, der ganz Europa veränderte. Bis heute diskutieren Historiker über die Ursachen, die Schuldfrage und die Folgen. Wir haben uns damit beschäftigt, wie der Erste Weltkrieg das Saarland veränder hat. Vorher existierte das Saarland nicht als politische Einheit. Teile gehörten zu Preußen, Teile zu Bayern und Oldenburg. Erst mit dem Vertrag von Versailles wurde das "Saargebiet" geschaffen.


Wie alles begann


Das Attentat von Sarajevo


Seit 1896 war Erzherzog Franz Ferdinand Thronfolger von Österreich-Ungarn. Am 28. Juni 1914 wurde er von Mitgliedern einer Studentenorganisation in Sarajevo ermordet. Österreich-Ungarn vermutete serbische Regierungsstellen als Unterstützer bei der Tat. Den Serben wurde ein Ultimatum gestellt, gegen Österreich-Ungarn gerichtete Umtriebe zu bekämpfen. Zuvor hatte Deutschland seine unbedingte Bündnistreue zugesichert. Mit dieser Zusicherung im Hintergrund erklärt Österreich-Ungarn Serbien am 28. Juli 1914 den Krieg.      

Der lokale Krieg auf dem Balkan entwickelte sich schnell zu einem europaweiten Krieg. Es bestand ein komplexes Gefüge von Bündnissen. Die Bündnispartner traten nun in den Krieg ein.                      

Am 1. August 1914 erklärte Deutschland Russland den Krieg, zwei Tage später folgte die Kriegserklärung an Frankreich. Unmittelbar danach marschierten deutsche Soldaten in Belgien ein. Daraufhin mischte sich auch Großbritannien ein. Zahlreiche weitere Länder waren ebenfalls in den Krieg verwickelt. Er wurde oft zu einem Stellungs- und Grabenkrieg mit Tausenden Toten.      


Das Saarland vor dem Ersten Weltkrieg


Vor dem Ersten Weltkrieg gehörte das Gebiet des heutigen Saarlandes zum Deutschen Reich, das nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 als föderaler Staat entstanden war. Allerdings war das Saarland im Deutschen Reich keine politische Einheit wie heute.

Der größte, westliche Teil gehörte zu den preußischen Rheinlanden, Regierungsbezirk Trier. Der zweitgrößte, östliche Teil gehörte zum Bayeischen Rheinkreis (Rhein-pfalz). Der dritte, kleinste Teil im Nordosten gehörte zu Oldenburg, das im Besitz des Fürstentums Birkenfeld war.                                     

Auch Lothringen war teilweise deutsch

Das Gebiet des heutigen Saarlandes hatte vor dem Ersten Weltkrieg keine Grenzlage, denn auch Teile Lothringens und das Elsass gehörten seit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zum Deutschen Reich. 

Der damals überwiegend deutschsprachige Nordosten Lothringens und die Stadt Metz mit ihrem Umland waren zusammen mit dem Elsass zum Reichsland Elass-Lothringen zusammengefasst worden. Zwischen 1871 und dem Ersten Weltkrieg waren die Stahl- und Eisenindustrie und die Kohlebergwerke in der Region massiv ausgebaut worden. Hinzu kamen neue Verkehrswege wie z.B. Eisenbahnlinien.


Alles rund um den Ersten Weltkrieg im Saarland

Wie liefen die Kriegsvorbereitungen im Saarland ab? Und was dachte die Bevölkerung über die Aufrüstung? In den verschiedenen Texten finden Sie Infos über die unterschiedlichen Abschnitte des Krieges. Außerdem Literatur, Ausstellungen und Abstecher in die umliegenden Regionen.

Land & Leute
Militarisierung an der Saar
Schon lange Zeit bevor der Erste Weltkrieg begann, waren preußische Truppen im Saarrevier stationiert, obwohl eine große Ablehnung gegen sie herrschte. Aber Offiziere und andere militärische Würdenträger gehörten trotzdem bald zum alltäglichen Bild der Saarbrücker.


Artikel mit anderen teilen