Symbolbild Ernteausfall: Eine Rapspflanze liegt auf einem trockenen Boden (Foto: dpa)

Land prüft Hilfen wegen Ernteausfällen

Renate Wanninger/Axel Burmeister   05.05.2017 | 18:11 Uhr

Das seit Monaten anhaltende weitgehend trockene Wetter wird im Saarland zu Ernteausfällen führen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer wird die Rapsernte voraussichtlich um ein Viertel einbrechen. Aber auch bei Grünschnitt und Wintergerste sind Verluste zu erwarten. Das Umweltministerium prüft mögliche Hilfen für Landwirte.

Wetterbedingte Ernteausfälle
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 05.05.2017, Länge: 03:40 Min.]
Wetterbedingte Ernteausfälle

Obwohl es zumindest in Teilen des Saarlandes geregnet hat, erwarten Bauern, Winzer und der Forst heftige Schäden durch das trockene Aprilwetter. Denn im April hat es auf einen Quadratmeter ungefähr fünf Liter geregnet. Das ist nicht mal ein Zehntel der Menge eines durchschnittlichen Jahres.

Rapsbauern, die normalerweise rund vier Tonnen pro angebautem Hektar Raps ernten können, rechnen 2017 mit höchstens drei Tonnen. Auch beim Grünschnitt kann nur mit einer Menge von 30-40 Prozent gerechnet werden. Das Gras habe größtenteils den Blütenstand nicht aber die übliche Höhe erreicht. Ließen die Bauern es jetzt länger stehen, würde es zwar noch wachsen, aber auch an Qualität verlieren und nicht mehr für die Silage geeignet sein.

Auch der Frost hat Schaden angerichtet

Ähnlich sieht es bei der Wintergerste aus, die als nächstes bei der Ernte dran wäre. Durch die Trockenheit würden die Pflanzen die Ähren nicht voll ausbilden, man müsse von einem Verlust um die 20 Prozent ausgehen. Auch die Erdbeerbauern fürchten um ihre Ernte. Durch den Frost gehen sie gebietsweise von einem Ausfall von bis zu 90 Prozent aus. Der Saarforst befürchtet zudem einen Totalausfall der 30.000 im März angepflanzten Bäume.

Hilfe für Landwirte?

Unterdessen teilte das saarländische Umweltministerium mit, es prüfe, ob die von den Frostschäden betroffenen Landwirte finanziell unterstützt werden könnten. Eine Sprecherin sagte dem SR, man habe in den vergangenen Tagen mit Obst- und Gemüsebauern sowie Winzern gesprochen. Das Ausmaß der Schäden sei aber derzeit noch nicht absehbar. Erst in zwei bis drei Wochen könnten die Landwirte genauere Angaben machen. Dann werde das Ministerium entscheiden, ob oder in welcher Höhe Katastrophenhilfe geleistet werde könne. Das Umweltministerium will nach eigener Aussage auch prüfen, ob es möglicherweise vom Bund Zuschüsse gibt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 05.05.2017 berichtet.

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