Eingangsbereich einer Kirche (Foto: dpa)

Mehr Einbrüche in Kirchen

dpa   04.12.2016 | 11:01 Uhr

In Kirchengebäuden im Saarland sind im vergangenen Jahr insgesamt 75 Einbrüche registriert worden. Allein für Institutionen des Bistums Trier entstanden dabei Schäden in Höhe von rund 17.000 Euro. Nach Polizeiangaben ist die Vorgehensweise höchst unterschiedlich: Mal fingern die Diebe nach Geld im Klingelbeutel, reißen sich am Altar Mikrofone, Kerzenständer oder auch mal eine Kiste Messwein unter den Nagel.

"Täter haben überhaupt keine Hemmschwellen", sagte der Sprecher des Landespolizeipräsidiums, Georg Himbert der Nachrichtenagentur dpa. "Auch nicht bei Kirchen. Es wird gestohlen, auch, was zu Geld gemacht werden kann." Mal werde in einer einzigen Kirche eingebrochen, mal ziehe sich ein Beutezug durch mehrere Gotteshäuser. Manchmal seien es Einzeltäter, manchmal Banden.

Im Saarland schwankt die Zahl der Einbrüche in kirchlichen Institutionen - also Kirchen, Pfarrhäusern und christlichen Kindergärten - wie in anderen Bundesländern mitunter stark. 2010 wurden 78 Fälle registriert, 2013 dann 38 Fälle und 2015 wieder 75 Fälle.

Das Bistum Trier verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 19 Einbrüche und Einbruchsversuche in Kirchen sowie Pfarr- oder Gemeindehäusern mit einem Schaden von rund 17.000 Euro. 2014 waren es 16 Taten mit einem Schaden von rund 24 000 Euro. "Entwendet wurden vor allem Bargeld (in den Kirchen der Opferstock) oder Laptops", teilte das Bistum mit. "Es gibt Kirchen, die aufpassen", sagte Lutz Dettmer vom Ecclesia Versicherungsdienst. Das Unternehmen aus Detmold betreut evangelische wie katholische Bistümer. "Wer einbricht, ist kein Kunsträuber, sondern will Bargeld haben. Da kommt der Opferstock gerade recht." Diese sind meist in Kirchen fest verankert und mit einem Metallbügel samt Hängeschloss gesichert.

Einbruch in Besseringen mit 2000 Euro Schaden

Die Zahl der Einbrüche in Kirchen schwanke regional unterschiedlich, im Osten sei sie höher als im Westen, im katholischen Bayern besonders niedrig, sagte Dettmer. "Viele Gemeinden haben Prävention gemacht, indem sie in den Kirchengebäuden einfach Gegenstände abgeräumt haben." Ziel der Einbrecher seien auch die Kindertagesstätten der Kirchen - gerade bei Drogenabhängigen, die Geld benötigten. "Beschaffungskriminelle brechen dort gerne ein und stehlen die Kaffeekasse." Ob Beute oder nicht, der Schaden an Gebäuden ist oft verhältnismäßig hoch.

Erst vor wenigen Wochen wollten Einbrecher in die katholische Kirche St. Gangolf in Besseringen eindringen. "Da hat man die Haupteingangstür aufzubrechen versucht", erzählte der Verwaltungsratsvorsitzende Ernst Mannebach, "trotz Doppelverriegelung". Der Schaden werde auf etwa 2000 Euro geschätzt. Die Polizei ermittelte laut Gemeinde mehrere Täter, die auch für weitere Einbrüche verantwortlich sein sollen.

Über dieses Thema berichteten auch die Hörfunknachrichten am 4.12.2016.

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