Eine Frau hält sich entsetzt die Nase zu. (Foto: Imago/allOver)

Warum nehmen wir Gestank wahr?

Felicitas Fehrer   05.12.2017 | 11:30 Uhr

Wir leben in einer Welt voller Gerüche. Manche verschaffen uns Genuss, andere dagegen lassen uns auch mal die Nase rümpfen. Was von uns als Duft wahrgenommen wird und was als Gestank, entscheidet unser Gehirn.

Wenn man einen Geruch wahrnimmt, werden Riechsinneszellen in der Nase aktiviert. Die dabei übertragenen Informationen werden dann über das Nervensystem ins Gehirn weitergeleitet. Hierbei gibt es bestimmte Duftnoten, die über einen „Alarmweg“ transportiert werden und unmittelbar unsere Aufmerksamkeit erzwingen. Dazu gehören Gerüche, die wir emotional als ekelerregend empfinden.

Und das hat einen Zweck. Laut Elmar Krause, Zellphysiologe aus Homburg, handelt es sich hierbei um einen evolutionären Schutzmechanismus, der uns vor Gesundheitsgefahren schützen soll. Denn Gerüche, vor denen wir uns ekeln, gehen in der Regel von Quellen aus, die potenzielle Gefahren bergen, indem sie beispielsweise auf Verderbnis oder Infektionsgefahr hindeuten.

"Der menschliche Körper ist so programmiert, dass ihm solche Fälle nicht entgehen", sagt Krause. Und woher kommt das Naserümpfen oder das Verziehen des Gesichts, wenn man Ekel empfindet? Laut Krause ist das ein Ur-Instinkt: "Damit warnen wir unterbewusst unsere Beobachter gleich vor dieser Gefahr mit."

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