Lupen-Vergrößerung einer Datenliste auf einem Computer (Foto: dpa)

Datenschutz bringt mehr Arbeit für Vereine

Jonathan Janoschka / Onlinefassung: Anne Staut   13.11.2017 | 08:01 Uhr

Die Vereine und Verbände im Saarland müssen sich auf zusätzliche Arbeit einstellen. Hintergrund ist die neue Datenschutzgrundverordnung, die ab Mai 2018 gilt.

Ab Mai kommenden Jahres gelten in Deutschland neue Regeln beim Datenschutz. Mit der Datenschutzgrundverordnung soll sich der Datenschutz eigentlich verbessern und vor allem große Unternehmen stärker reglementiert werden. Für die Vereine und Verbände im Land bedeutet das aber viel zusätzliche Arbeit - und im schlimmsten Fall hohe Bußgelder. Vom Sport- bis zum Gesangsverein, sie alle werden von den neuen Datenschutzregeln betroffen sein. Denn in Zukunft werden die Vereine wie Unternehmen behandelt und müssen zum Teil deutliche strengere Auflagen befolgen.

Neue Datenschutzgrundverordnung - Belastung für Vereine
Audio [SR 3, Jonathan Janoschka, 13.11.2017, Länge: 02:43 Min.]
Neue Datenschutzgrundverordnung - Belastung für Vereine

So gilt für die Vereine mit den neuen Regeln eine Informationspflicht. Sie müssen den Betroffenen konkret sagen, welche Daten aus welchen Gründen erhoben werden und wie diese geschützt werden, sagte der Justiziar des Landessportverbandes, Patrick Nessler, dem SR. Das reiche von den Kontoverbindungen für Mitgliedsbeiträge bis hin zu Kursanmeldungen.

Zudem müsse ein sogenanntes Verfahrensverzeichnis erstellt werden, das alle Prozesse innerhalb des Vereins aufführt, bei denen Daten erhoben werden. Nessler geht davon aus, dass das ohne externen Sachverstand kaum gehen werde.

Hohe Summen für Verstöße

Verstoßen die Vereine gegen die neuen Regeln, drohen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro. Außerdem werden die oftmals ehrenamtlich arbeitenden Datenschutzbeauftragten der Vereine jetzt verpflichtet, Verstöße in ihren Vereinen den Behörden zu melden. Tun sie das nicht, drohen nicht nur dem Verein Bußgelder, sondern auch ihnen selbst.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 13.11.2017 berichtet.

Artikel mit anderen teilen