Das für Flüchtlinge vorgesehene Gebäude in Bliesdalheim (Foto: imago)

Brand in geplanter Flüchtlingsunterkunft

  09.09.2015 | 12:37 Uhr

Am Mittwochmorgen hat es in einer ehemaligen Schule in Bliesdalheim gebrannt. Das Gebäude war für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen. Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Es entstand ein Sachschaden von mehreren 10.000 Euro, Personen kamen nicht zu Schaden.

Gegen 7.40 Uhr am Mittwoch meldete eine Autofahrerin der Polizei eine zersplitterte Scheibe am Schulgebäude. Anschließend stellten die Beamten nach eigenen Angaben fest, dass es in der Nacht auf Mittwoch in einigen Räumen gebrannt hatte. Das Feuer sei von selbst erloschen, habe aber noch eine Scheibe bersten lassen. Erste Ermittlungen ergaben, dass Anwohner bereits gegen 5.30 Uhr einen Knall gehört hatten, ohne die Polizei zu verständigen.

Hinweise auf Brandstiftung

Das ungenutzte Schulgebäude war für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen. Bei den Untersuchungen fanden die Ermittler Hinweise, die auf Brandstiftung deuten. Personen wurden nicht verletzt, es entstand ein Sachschaden von mehreren 10.000 Euro. Hinweise auf Täter oder Motiv liegen nach Angaben eines Polizeisprechers bislang nicht vor.

Auch der Staatsschutz hat sich eingeschaltet. Ob es einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt, ist allerdings noch unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Gersheim will trotzdem Flüchtlingsunterkunft

Der Gersheimer Bürgermeister Alexander Rubeck sagte, die Pläne für eine Flüchtlingsunterkunft in der Gemeinde würden weitergeführt. Man werde nicht vor einem Verbrechen kapitulieren.

Politiker sämtlicher Fraktionen im saarländischen Landtag verurteilten den mutmaßlich fremdenfeindlichen Anschlag. Fremdenhass habe im Saarland keinen Platz.

Steigende Zahl von Anschlägen auf Flüchtlingsheime

Seit Monaten kommt es in Deutschland immer wieder zu Brandanschlägen auf geplante, aber auch auf bereits bewohnte Flüchtlingsheime. Bis Ende August wurden laut Bundesinnenministerium mehr als 340 Anschläge auf Unterkünfte von Asylbewerbern gezählt. Das sind in den ersten acht Monaten des Jahres bereits fast doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2014.

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