Blitzer (Foto: SR)

Blitzermarathon: 1400 Fotos, aber kein Unfall wegen Raserei

  20.04.2017 | 10:53 Uhr

Von Mittwochfrüh bis Donnerstagfrüh haben Polizei und einzelne Kommunen im Saarland verstärkt Geschwindigkeitskontrollen auf den Straßen durchgeführt. Bei der Aktion wurden laut Polizei insgesamt 1400 Autofahrer erwischt. Unfälle wegen zu schnellen Fahrens gab es während des Blitzmarathons landesweit keine.

An über 20 Stellen im Saarland hatte die Polizei die Blitzer aufgestellt. Die Beamten hatten nach eigenen Angaben dabei solche Stellen ausgesucht, an denen in den vergangenen drei Jahren mindestens zwei Unfälle mit Personenschaden passiert seien oder an denen sich Anwohner gehäuft über Verkehrsverstöße beschwert hätten.

Video [aktueller bericht, 19.04.2017, Länge: 2:48 Min.]
Vorläufige Ergebnisse des Blitzermarathons im Saarland

48 Sachen zu viel

Bei der Aktion seien über 30.000 Fahrzeuge kontrolliert worden, sagte der Leiter der saarländischen Verkehrspolizei, Ralf Geisert, dem SR. Davon seien fast 1400 Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs gewesen.

Zum Teil waren Geblitzten sogar deutlich zu schnell gefahren: Auf der A8 bei Friedrichsthal war beispielsweise ein Autofahrer mit 148 Stundenkilometern statt der erlaubten 100 unterwegs gewesen. Ihn erwartet ein Fahrverbot. Mit Fahrverboten haben laut Polizei noch zwölf weitere Raser zu rechnen. Außerdem kamen 1207 Verwarnungen und 173 Bußgeldverfahren zusammen. Besonders viele Autofahrer wurden beispielsweise in Dudweiler in einer 30er-Zone geblitzt. Dort war jeder zehnte Fahrer zu schnell unterwegs gewesen.

Keine Unfälle wegen zu schnellen Fahrens

Ralf Geisert von der Polizei zum Blitzermarathon
Audio [SR 1, Daniel Simarro, 18.04.2017, Länge: 02:47 Min.]
Ralf Geisert von der Polizei zum Blitzermarathon

Ziel der Aktion sei es nicht gewesen, Autofahrer abzuzocken, betonte Geisert. Vielmehr wolle man auf die Stellen aufmerksam machen, an denen es bereits zu schweren Verkehrsunfällen gekommen sei. Einer der häufigsten Gründe sei dabei die Geschwindigkeit. Die fiel zumindest während des Blitzermarathons landesweit als Unfallursache aus: "Ein erster Blick in die polizeilichen Unfallaufnahmesysteme zeigt, dass in den letzten 24 Stunden, also während des Blitz-Marathons, kein Verkehrsunfall registriert worden ist, der auf zu hohe Geschwindigkeit zurückgeht", sagte Geisert.

Nach Angaben der Polizei beteiligten sich auch sechs Kommunen an dem Blitzermarathon. Das waren Homburg, Püttlingen, Völklingen, Dillingen, Sulzbach und Wadern. Vor gut zwei Jahren hatte es den ersten europaweiten Blitzermarathon gegeben.

Über dieses Thema wurde auch in der Rundschau vom 20.04.2017 berichtet.

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Ihre Meinung

Peter 19.04.2017, 14:19 Uhr

Ich bin für alle Kontrollen, wenn sie der Sicherheit dienen. Zeitig wegfahren spart Hetze auf der Strasse. Aber ich bin gegen Kontrollen wenn sie nur dem Stadtsäckel zugute kommen ohne jeden Erfolg für mehr Sicherheit.

Marion Müller 19.04.2017, 12:34 Uhr

In Völklingen wird an ganzen zwei Stellen geblitzt, und eine davon ist nicht unbedingt als Raserstrecke bekannt. In Lauterbach in der Hauptstraße und der Kreuzwaldstraße könnten täglich Kontrollen hemacht werden. In der 30er-Zone wird überholt, ein Großteil der Straße hat nicht mal einen richtigen Gehweg. Die Anwohner kämpfen seit Jahren vergeblich um Maßnahmen, erfolglos. Aber geblitzt wird da, wo Geld zu holen ist und offenbar ist der Aufwand zu groß, bei den Verkehrssündern, die vielfach aus Frankreich stammen, das Bußgeld einzutreiben. Da bleibt die Sicherheit der Amwohner halt auf der Strecke. Der letzte Unfall mit fünf (!) beschädigten Autos und einer weggefegten Treppe ist erst Wochen her. Fahrer alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, ein Wunder, dass niemand zu Tode gekommen ist.

Konopka Horst 19.04.2017, 10:40 Uhr

Ich finde, das zu wenig Kontrolle gemacht wird.Ich Wohne an der Hauptstrasse und muss mir Abend für Abend die Raserei anhören.Da es sich um eine Ortschaft handelt und nur 50kmh erlaubt sind, wird hier Gerast ( ca .bis170 kmh).