Künstler Alexander Karle bei Liegestützen auf dem Altar der Basilika St. Johann. (Foto: dpa)

Liegestütze-Künstler zu milderer Strafe verurteilt

  10.07.2017 | 12:56 Uhr

Das Saarbrücker Landgericht hat den Künstler Alexander Karle wegen seiner Liegestütze auf einem Altar zu 500 Euro Strafe verurteilt. Das Urteil fällt damit milder aus als das der Vorinstanz. Karle gab nun wieder zu, die Liegestütze seien doch keine Bildmontage gewesen.

Video [aktueller bericht, 10.07.2017, Länge: 3:05 Min.]
Prozess um Liegestütze auf dem Altar

Das Amtsgericht hatte Karle noch im Januar wegen Hausfriedensbruchs und Störung der Religionsfreiheit zu einer Strafe von 700 Euro verurteilt. Dagegen wehrt sich der 39-Jährige und legte Berufung ein. Mit Erfolg: Das Landgericht verurteilte Karle nun nur noch wegen Hausfriedensbruchs. Die Strafe über 500 Euro muss er an die Caritas zahlen. Weitere 500 Euro wurden auf Bewährung ausgesetzt.

Die Kammer betrachtete seine Liegestütze als Ausübung seiner künstlerischen Tätigkeit und eben nicht als "beschimpfenden Unfug". Allerdings habe Karle sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht, als er über eine Kordel in den Altarraum stieg.

Echt oder Täuschung?

Berufungsprozess um Liegestütze auf dem Altar
Audio [SR 3, (c) SR - Patrick Wiermer, 10.07.2017, Länge: 03:18 Min.]
Berufungsprozess um Liegestütze auf dem Altar

In dem Prozess waren auch alle Beweise neu erhoben worden. Karle hatte zuvor argumentiert, das Video, das ihn bei den Liegestützen zeigt, sei gar nicht echt. Er habe nie in der Basilika selbst Liegestütze gemacht, sondern mit Hilfe eines Greenscreens nur die Illusion erzeugt. Der Rest sei Videomontage und eben Teil seines Kunstprojekts.

Am Montag nun blieb er doch bei seinem Geständnis vom ersten Prozess und gab zu, dass es keine Montage war: "Ich wollte nur zeigen, wie widersprüchlich das Thema ist, was fiktiv oder real ist."

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 10.07.2017 berichtet.