Notaufnahme eines Krankenhauses (Foto: dpa)

Notaufnahme häufig die falsche Wahl

  10.10.2017 | 17:08 Uhr

Immer mehr Patienten im Saarland gehen in die Notaufnahme, obwohl sie eigentlich bei den niedergelassenen Ärzten besser aufgehoben wären. Ein Modellprojekt in zwei Saarbrücker Kliniken hat über mehrere Monate versucht, die Patienten stärker in Bereitschaftsdienstpraxen zu lotsen. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung war der Testlauf ein voller Erfolg.

Rund 20 Prozent aller Patienten gehen in die Notaufnahme, obwohl ein niedergelassener Arzt eigentlich ausreicht, schätzt Christian Braun, der ärztliche Direktor des Saarbrücker Winterbergklinikums. Darunter seien vor allem auch jüngere Menschen zwischen 20 und 50. Für die Kliniken bedeutet das am Ende unnötige Kosten und möglicherweise fehlende Ressourcen für die echten Notfälle.

Video [aktueller bericht, 10.10.2017, Länge: 3:04 Min.]
Notaufnahme häufig die falsche Wahl

Projekt wird fortgeführt

In einem Modellprojekt von April bis Ende September hat die Kassenärztliche Vereinigung daher getestet, wie sich die Versorgung ändert, wenn mehr Patienten direkt in die Bereitschaftsdienstpraxen gelotst werden. Dafür wurden unter anderem die Sprechzeiten unter der Woche verlängert. Für die Kliniken und die Kassenärztliche Vereinigung war das Projekt ein Erfolg. Es wird nun fortgeführt. Heißt auch: Die längeren Sprechzeiten bleiben vorerst erhalten.

Video [aktueller bericht, 10.10.2017, Länge: 3:37 Min.]
Interview mit Ulli Schweig, Obmann der Bereitschaftsdeinstpraxen Saarbrücken

Artikel mit anderen teilen