Das Kernkraftwerk Cattenom. (Foto: Lisa Huth / SR)

Störfall im AKW Cattenom

  11.10.2017 | 11:09 Uhr

Der Energiekonzern EDF hat der französischen Atomaufsicht ASN Mängel an den Kühlkreisläufen im Atomkraftwerk Cattenom gemeldet. Das Problem wurde auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) als Stufe zwei und damit als Störfall eingeordnet.

Nach der Einschätzung des Energiekonzerns EDF sind die Kühlsysteme im Falle eines Erdbebens nicht sicher vor Überschwemmungen. Zwei der vier Reaktoren in Cattenom seien bereits ausgebessert worden. Die anderen Kühlsysteme würden noch angepasst. Die Mängel hätten aber keinen Einfluss auf die Sicherheit der Arbeitnehmer oder auf die Umwelt.

In den vergangenen beiden Jahren meldete EDF für Cattenom 80 Vorfälle. Sie wurden alle auf der achtstufigen-INES-Skala mit null und eins eingestuft.        

"Abklingbecken sind extrem anfällig"

Bereits am Dienstag hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace einen Bericht vorgelegt, wonach französische und belgische Atomkraftwerke nicht ausreichend gegen Angriffe geschützt seien. Demnach sind die Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente im Falle böswilliger Taten "extrem anfällig".

In diesen Becken falle die höchste radioaktive Strahlung in einem Atomkraftwerk an. Falls bei einer Attacke das Becken beschädigt würde und das Wasser abliefe, würden die Brennelemente nicht mehr gekühlt, teilte Greenpeace mit: "Ein Atomunfall kommt in Gang, mit sehr schwerwiegenden radiologischen Folgen."

Französische und belgische AKW wurden untersucht

In dem Bericht der Umweltschutzorganisation wurden Kraftwerke in Frankreich, darunter Cattenom und Fessenheim, sowie Doel und Tihange in Belgien näher untersucht. Greenpeace hatte insgesamt sieben Experten aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA mit dem Bericht beauftragt. Er stützt sich auf frei zugängliche Informationen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.10.2017 berichtet. 

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