Unfall Berus mit  einem Todesopfer und einem Schwerverletzten (Foto: Presse- und Bilderdienst Rolf Ruppenthal)

Drei Jahre Haft für Raser

  06.07.2017 | 15:18 Uhr

Im so genannten Raserprozess ist ein 23-Jähriger im Saarland zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das hat das Amtsgericht in Saarlouis entschieden. Den Ermittlungen zufolge war der Fahrer im August vergangenen Jahres viel zu schnell in eine Kurve gefahren und hatte dabei ein Mädchen getötet und einen jungen Mann schwer verletzt.

Drei Jahre Freiheitsstrafe ohne Bewährung - so lautet das Urteil gegen den 23-Jährigen Fahrer eines Pkw. Zwar konnte kein Rennen vor dem Unfall nachgewiesen werden. Der junge Mann habe allerdings bei einer geplanten, schnellen Fahrt auf der Strecke zum Europadenkmal bei Berus sein eigenes Vergnügen über die Unversehrtheit aller anderen Verkehrsteilnehmer gestellt, so das Gericht. Damit habe er sich der vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs, der fahrlässigen Körperverletzung und auch der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht.

Video [aktueller bericht, 06.07.2017, Länge: 3:02 Min.]
Drei Jahre Haft für Raser

Tödlicher Raser-Unfall: 23-Jähriger zu drei Jahren Haft verurteilt
Audio [SR 3, (c) SR - Florian Mayer, 06.07.2017, Länge: 03:38 Min.]
Tödlicher Raser-Unfall: 23-Jähriger zu drei Jahren Haft verurteilt

Die Frage, die Strafe zur Bewährung auszusetzen, habe sich dem Gericht nicht gestellt. Grund dafür sei unter anderem das Verhalten des Angeklagten in den Monaten nach dem Unfall gewesen. Er habe nicht glaubhaft vermittelt, dass er die schwerwiegenden Folgen seiner Tat reflektiert habe. Bei dem Unfall war eine 14-Jährige getötet und ein 16-Jähriger schwer verletzt worden. Gegenüber den Eltern des getöteten Mädchens habe der Mann bis heute keine echte Reue gezeigt.

In der Kurve Kontrolle verloren

Urteil im Raserprozess
Audio [SR 1, Daniel Simarro, Florian Mayer, 06.07.2017, Länge: 02:52 Min.]
Urteil im Raserprozess

Den Ermittlungen zufolge war der Angeklagte im August 2016 viel zu schnell in eine Kurve gefahren und hatte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Im Laufe des Prozesses hatte der 23-Jährige sein Auto zunächst zurückverlangt, dann aber erklärt, er wolle doch darauf verzichten. Sein Opel Zafira war zu einem Rennwagen umgearbeitet worden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 06.07.2017 berichtet.

 

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