Basilika St. Johann, Saarbrücken (Foto: Thomas Hollmann)

Waren Liegestütze eine Videomontage?

  05.07.2017 | 19:00 Uhr

Wegen eines umstrittenen Videoprojekts mit Liegestützen auf dem Altar einer katholischen Kirche muss sich der Künstler Alexander Karle ab kommendem Montag in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten. Wenige Tage vor Prozessbeginn gab der 39-Jährige am Mittwoch überraschend bekannt, dass es sich bei seinem Film "Pressure to Perform" tatsächlich nur um eine Videomontage gehandelt habe.

"Ich habe nie in der Basilika selbst Liegestütze gemacht, sondern mit der einfachen Technik der Greenbox diese Illusion erzeugt", teilte der Künstler mit. Alles, was er bisher öffentlich dazu gesagt habe, auch gegenüber dem Gericht und der Presse, sei "Teil des Kunstwerks" gewesen und habe vorwiegend der Verbreitung des Videos gedient.

Ermittlungen sind möglich

Karle war wegen Hausfriedensbruch und Störung der Religionsausübung zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt worden. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, bei einem Berufungsverfahren würden grundsätzlich alle Beweise neu erhoben. Sollte sich dabei herausstellen, dass es sich bei dem Film tatsächlich um eine Montage handele, sei auch ein Freispruch denkbar. Die Sprecherin schloss jedoch nicht aus, dass dann aber wegen Vortäuschens einer Straftat gegen Karle ermittelt werden könnte.

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