Gottesdienst im Dom zu Trier (Foto: dpa)

Ackermann beklagt "Sinnleere" der Gesellschaft

Axel Burmeister   16.04.2017 | 10:30 Uhr

Im christlichen Glauben liege kein Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, sagte Bischof Ackermann im Trierer Dom. Beim Ostergottesdienst wandte er sich zugleich gegen das Vorurteil, wonach religiöser Glaube das genaue Gegenteil von Wissen sei. Der Speyerer Bischof Wiesemann rief zu größerer Gemeinsamkeit und Entschlossenheit aller Christen auf.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat die Christen ermutigt, sich vom Glauben ergreifen zu lassen. Beim Ostersonntagsgottesdienst im Trierer Dom sagte er, es brauche beides, das intellektuelle Begreifen und das „Sich-Ergreifen-Lassen“.

Es fehlen "mutspendende Ideen"

SR 3 - Die Osternacht im Saarland
Audio [SR 3, (c) SR, 16.04.2017, Länge: 02:43 Min.]
SR 3 - Die Osternacht im Saarland

Bei vielen wichtigen Entscheidungen im Leben reiche es gerade nicht aus, allein Fakten und Argumente zusammenzuzählen. „Am Ende braucht es dazu eine innere Gewissheit und Überzeugung, die mehr ist als die Summe aller Argumente“, sagte der Bischof. Dies lasse sich auch auf den christlichen Glauben übertragen. Insbesondere zu Ostern seien die Christen eingeladen, sich von der „Gewissheit des Glaubens“ anstecken zu lassen.

Zuvor hatte Ackermann eine "Sinnleere" der modernen Gesellschaft beklagt. Momentan sei die Zeit „arm an großen Visionen und Entwürfen". Bitterkeit, Resignation und Angst entstünden dadurch, dass Menschen mit ihren Erlebnissen und Gefühlen alleine blieben. Die Einsamkeit mache anfällig für Hass, Gewalt und radikale Ideen. Der Gesellschaft fehle es an mutspendenden Geschichten. Die Botschaft der Auferstehung zeige zum Beispiel für die Christen, dass das Leben einen Sinn habe. Dieser könne nicht mit Gewalt erreicht werden.

Der Speyerer Bischof Wiesemann rief in seiner Predigt Christen aller Konfessionen zu größerer Gemeinsamkeit und Entschlossenheit auf. In der heutigen Welt brauche es eine gemeinsame Stimme. Der rheinische Präses Rekowski betonte, man dürfe sich nicht von Ängsten und Gefahren lähmen lassen.

"Triumph des Lebens"

Mit Gottesdiensten unter freiem Himmel, meditativen Osternächten und Osterfeuern feiern die Protestanten in der Pfalz und Saarpfalz Ostern als den „Triumph des Lebens über den Tod“. Mit einem Festgottesdienst am Ostermontag um 10.00 Uhr weiht die Kirchengemeinde Miesau im Kirchenbezirk Homburg ihre von dem Glaskünstler Johannes Schreiter entworfenen neuen Kirchenfenster ein. „Ostern ist der Triumph des Lebens über den Tod“, sagt Kirchenpräsident Christian Schad. Das Ostergeschehen führe vor Augen, dass es „keinen Weg um das Leiden herum gibt, wohl aber einen Weg durch das Leiden hindurch“.

Der Speyerer Bischof Wiesemann rief in seiner Predigt Christen aller Konfessionen zu größerer Gemeinsamkeit und Entschlossenheit auf. In der heutigen Welt brauche es eine gemeinsame Stimme. Der rheinische Präses Rekowski betonte, man dürfe sich nicht von Ängsten und Gefahren lähmen lassen.

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Im Mittelpunkt steht die Feier der Auferweckung Jesu von den Toten.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 16.04.2017 berichtet.

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