Stimmzettel zur Kommunalwahl (Foto: dpa)

Kommunalwahl: CDU und SPD legen zu, Linke und FDP verlieren

thb   25.05.2014 | 16:21 Uhr

CDU und SPD haben bei der Kommunalwahl im Vergleich zu 2009 ihrer Ergebnisse verbessert. Freude auch bei der AfD, die aus dem Stand in viele Kommunalparlamente eingezogen ist. Deutlich verloren haben dagegen Linkspartei und FDP. Hier finden sie die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Rund 800.000 Saarländerinnen und Saarländer waren am Sonntag dazu aufgerufen, neue Stadt-, Orts- und Gemeinderäte zu wahlen. Stärkste Kraft auf Kreistagsebene wurde die CDU mit gut 38 Prozent der Stimmen vor der SPD mit knapp 35 Prozent. Während Linke (-5,6 Prozent) und FDP (-4,8 Prozent) deutliche Verluste hinnehmen mussten, zählt die AfD zu den Siegern der Wahl 2014. Sie schaffte den Einzug in viele Kommunalparlamente - auf Kreistagsebene erreichte sie ein Ergebnis von 5,3 Prozent.

Rot-rot-grün kann in Saarbrücken weiterregieren

In der Landeshauptstadt Saarbrücken werden künftig neun statt bislang sieben Parteien sitzen. SPD und CDU konnten im Vergleich zu 2009 beide zulegen. Mit 30,4 Prozent bleibt die SPD stärkste Kraft, knapp vor der CDU mit 29,4 Prozent. Stark verloren hat die Linkspartei - kommt jetzt nur noch auf 11,9 Prozent (-5,2 Prozent). Auch die Grünen müssen leichte Verluste beklagen, sind mit 10,8 Prozent aber weiter vierstärkste Kraft im Stadtrat. Mit voraussichtlich 35 Sitzen könnte es dennoch zur Fortsetzung des rot-rot-grünen Bündnisses reichen. In einer ersten Stellungnahme kurz nach der Wahl hat der SPD-Fraktionschef Peter Bauer bereits angekündigt, die Koalition fortführen zu wollen.

Neu einziehen in das städtische Parlament werden die AfD (4,7 Prozent) und die Piraten (3,6 Prozent). Auch die FDP wird weiter im Stadtrat vertreten sein, auch wenn sie deutlich Stimmen verloren hat. Freie Wähler und NPD entsenden je einen Vertreter.

Jamaikabündnis in Saarlouis verliert deutlich

Das Bündnis aus CDU, Grünen und FDP hat bei der Kommunalwahl empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Die Grünen rutschen von 14,4 Prozent (2009) auf 10,1 Prozent ab, auch die FDP verliert knapp fünf Prozent und landet bei nur noch 2,2 Prozent. Die höchsten Verluste mussten jedoch die Linken hinnehmen. Minus 7,1 Prozent im Vergleich zu 2009 bedeuten nur noch 5,4 Prozent der Stimmen. Profitieren davon konnte die SPD, die um 7,7 Prozent auf 35,3 Prozent zulegt und damit stärkste Kraft wird - knapp vor der CDU mit 33,4 Prozent der Stimmen (+1,6 Prozent).

SPD gewinnt in Neunkirchen

In Neunkirchen bleibt die SPD - trotz leichter Verluste - die mit Abstand stärkste Kraft. Sie kam nach dem vorläufigen Ergebnis auf 47,8 Prozent der Stimmen (-1,5 Prozent). Die CDU legte um drei Prozent auf 30,2 Prozent zu. Die Linken erreichen mit 10,2 Prozent knapp eine zweistellige Prozentzahl. Die Grünen kommen auf 4,4 Prozent, Piraten und FDP erreichen jeweils 3,7 Prozent der Stimmen.

SPD künftig stärkste Fraktion in Homburg

Im Homburger Stadtrat hat die SPD die CDU als stärkste Fraktion abgelöst. Mit einem Plus von 3,6 Prozent kommen die Sozialdemokraten nun auf 36,3 Prozent, die CDU landet bei 31,1 Prozent (-3,5 Prozent). Verloren haben auch die FDP und die Linkspartei. Den Einzug in den Stadtrat geschafft haben die "Allianz der Vernunft" und die AfD mit jeweils knapp unter fünf Prozent.

CDU siegt in Merzig

In Merzig holte die CDU die mit Abstand meisten Stimmen, sie kam auf 43 Prozent. Dahinter erreichte die SPD mit 33,7 Prozent die zweithöchste Stimmenzahl. Drittstärkste Partei werden die Linken - mit 6,0 Prozent allerdings mit deutlichem Abstand. Die AfD erreichte aus dem Stand 5,1 Prozent, für die Grünen votierten 4,7 Prozent der Wähler. Deutlich abgeschlagen sind Piraten (2,7 Prozent) und FDP (2,1 Prozent).

St. Wendel bleibt schwarz

St. Wendel bleibt - wie erwartet - fest in CDU-Hand. Die Christdemokraten kommen auf 62,8 Prozent der Stimmen. Die SPD legte um knapp vier Prozent auf 26,1 Prozent zu. Die Linken (5,1 Prozent) werden nur knapp vor der AfD (5,1 Prozent) drittstärkste Kraft.

Alle Ergebnisse finden Sie hier in der Übersicht.


Kreistagswahlen


Im Regionalverband Saarbrücken wird die CDU mit 33,0 Prozent (+2,2 Prozent) stärkste Kraft vor der SPD (31,9 Prozent, +1,6 Prozent). Die Linken verlieren 6,0 Prozent, bleiben mit 10,3 Prozent aber drittstärkste Kraft. Ebenfalls deutlich verloren hat die FDP. Neu einziehen in die Regionalversammlung wird die AfD, die 5,6 Prozent der Stimmen erreichte.

Bei den Kreistagswahlen in Neunkirchen bleibt die SPD mit 40,9 Prozent stärkste Kraft, die CDU konnte leicht auf 36,2 Prozent zulegen. Die AfD kam aus dem Stand auf 6,3 Prozent, deutliche Verluste gab es hingegen bei den Linken (-6,8 Prozent) und bei der FDP (-4,0 Prozent). Die Linken erreichten 7,4 Prozent, die FDP stürzte auf 1,9 Prozent ab und landet damit noch hinter den Piraten (2,9 Prozent)

Im Saarpfalz-Kreis konnten die beiden großen Volksparteien CDU und SPD leicht zulegen, sie kommen nun auf 36,9 Prozent (CDU) und 35,1 Prozent (SPD). Ähnlich wie in Neunkirchen musste die Linke deutliche Verluste hinnehmen, ist mit 5,7 Prozent jetzt nur noch viertstärkste Kraft hinter den Grünen. Für die AfD stimmten 4,9 Prozent der Wähler.

Im Kreis St. Wendel bleibt die CDU die mit Abstand stärkste Kraft (51,4 Prozent). Die SPD legte leicht zu auf 33,4 Prozent. Die Linke verlor über vier Prozent und liegt jetzt mit 4,5 Prozent nur knapp vor der AfD (4,3 Prozent).

Bei den Kreistagswahlen in Merzig-Wadern ist die CDU mit 44,7 Prozent erneut stärkste Kraft geworden. Die SPD konnte leicht zulegen und bekommt 32,6 Prozent der Stimmen. Die Linke erhält 5,9 und verliert damit deutlich gegenüber der letzten Wahl, da hatte sie noch 9,6 Prozent erhalten. Auch die FDP fällt zurück: Von 7,2 auf 3,0 Prozent. Die AfD erreicht 5,9 Prozent, die Grünen 5,3 Prozent und die Piraten 2,7 Prozent.

Bei den Kreistagswahlen in Saarlouis hat die SPD gegenüber der CDU deutlich Boden gut gemacht, sie kommt auf 36,3 Prozent. Die CDU erreicht 37,4 Prozent. Starke Verluste muss die Linke hinnehmen, sie verliert fast die Hälfte gegenüber der letzten Wahl und stürzt von 13,0 auf jetzt 6,6 Prozent. Die Grünen verlieren ebenfalls leicht und landen bei 6,2. Die FDP stürzt auf 2,2 Prozent und ist damit gleichauf mit den Piraten, die ebenfalls 2,2 Prozent erhalten. Die AfD erreicht 5,0 Prozent.

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