Wahlbenachrichtigung 2017 (Foto: SR/Anna Makarova)

Wahlbenachrichtigungen im neuen Format

Anne Staut   16.08.2017 | 09:10 Uhr

Statt einer Karte erhalten die Wahlberechtigten in einigen saarländischen Gemeinden als Wahlbenachrichtigung für die Bundestagswahl diesmal einen Brief im DIN-A4-Format. Das soll die Benachrichtigung für die Bürger lesbarer machen. Einzelne Kommunen bieten zudem einen speziellen Service.

Pünktlich zur Bundestagswahl gestaltet die Stadt Blieskastel die Wahlbenachrichtigungen bürgerfreundlicher. Ab Mittwoch erhalten die 17.539 Wahlberechtigten im Hoheitsgebiet Blieskastel ihre Wahlbenachrichtigungen im neuen DIN-A4-Format.

Was bisher auf eine Karte, die ein Drittel einer DIN-A4-Seite abgedeckt hatte, passen musste, wird jetzt in Blieskastel auf einer ganzen DIN-A4-Seite abgebildet. Für den Stadtamtsrat von Blieskastel, Jens Welsch, liegt der Vorteil ganz klar auf der Hand: "Der Vorteil ist absolut bessere Barrierefreiheit hinsichtlich der Lesbarkeit." Das solle vor allem Älteren das Lesen der Benachrichtigung erleichtern. Auf mehr Leserlichkeit setzt auch Saarlouis. Die Stadt verschickt statt der bisher üblichen Karten ebenfalls DIN-A4-Briefe.

Video [aktueller bericht, 17.08.2017, Länge: 2:56 Min.]
Neue Wahlbenachrichtigungen und Start der Briefwahl im Saarland

Technische Neuerungen erleichtern Zugang

In Blieskastel gibt es außerdem noch eine weitere Neuerung auf der Benachrichtigung. Mithilfe eines QR-Codes gelangen die Wähler mit ihrem Smartphone automatisch auf die Internetseite, auf der sie den elektronischen Wahlschein für die Briefwahl beantragen können.

Neben dem QR-Code gibt es mit dem Barcode auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung eine weitere technische Neuheit. Er vereinfacht und beschleunigt die Arbeit vor Ort im Briefwahlamt. "Unsere Kolleginnen im Briefwahlamt scannen diesen Barcode ab und direkt kommt dann der Wahlschein aus dem Drucker heraus", erklärt Welsch. Das gehe schneller und helfe Fehler zu vermeiden. Den Barcode entziffern kann nur das städtische Wahlamt.

Video [aktueller bericht, 17.08.2017, Länge: 3:15 Min.]
Interview mit Andreas Bittner, stellvertretender Landeswahlleiter

Anpassen an neue Anforderungen

Die Idee für die Umstellung auf das DIN-A4-Format hat die Stadt Blieskastel von der Stadt Homburg übernommen. Dort gibt die Stadt bereits seit 2014 Wahlbenachrichtigungen in diesem Format aus. Die Notwendigkeit für die Umstellung ergab sich aus veränderten Anforderungen an die Wahlbenachrichtigungskarte.

"Die Vorgaben, welche Informationen auf einer Wahlbenachrichtigungskarte vermerkt sein müssen, wurden umfangreicher", erklärt Kerstin Puchner, Leiterin des Wahlamtes Homburg. Dadurch habe sich das Schriftbild immer weiter verkleinert, sodass eine neue Möglichkeit zur Darstellung gefunden werden musste, damit die Wähler auch alle Informationen lesen können.

Die Lösung fand sich im benachbarten Rheinland-Pfalz. Dort wird bereits seit längerem mit dem DIN-A4-Format gearbeitet.

Bisher hat die Stadt Homburg nach Angaben von Puchner nur positive Erfahrungen gesammelt. Die neuen Wahlbenachrichtigungen kamen zur Europa-, zur Kommunalwahl und zur Landtagswahl im Frühjahr 2017 zum Einsatz. Die Stadt verschickt die Wahlbenachrichtigungen an rund 34.000 Personen. Puchner ist sich sicher, dass künftig auch andere Gemeinden nachziehen werden.

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