Ein Mann läuft an einem SPD-Logo vorbei. (Foto: dpa)

SPD will offenbar über GroKo sprechen

  24.11.2017 | 07:05 Uhr

In der Debatte um eine mögliche Regierungsbildung hat die SPD sich offenbar zu Gesprächen bereit erklärt. Das hat Generalsekretär Hubertus Heil nach über achtstündigen Beratungen der Parteiführung mitgeteilt. Bundesjustizminister Heiko Maas zeigte sich skeptisch gegenüber Neuwahlen.

Die SPD habe das Gespräch zwischen Parteichef Martin Schulz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgewertet, erklärte Heil am Donnerstagabend. Man warte nun das weitere Verfahren ab, das Steinmeier vorschlagen werde.

Auch SPD-Bundesjustizminister Heiko Maas bekräftigte in der ZDF-Sendung "Maybritt Illner" am Donnerstagabend, dass die Partei zu Gesprächen bereit sei: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man gar nicht miteinander redet. Das wäre ja kindisch. Die SPD kann sich auch nicht wie ein trotziges Kind verhalten."

Neuwahlen sollten gut überlegt sein

Maas erklärte zudem, dass er Neuwahlen kritisch sehe. Den Wählern zu erklären, dass Neuwahlen nötig seien im Wissen, dass sich an den Mehrheitsverhältnisse wahrscheinlich nicht viel ändere, sei auch für die SPD schwierig.

Zudem befürchtet er, dass sich die Partei unglaubwürdig machen könnte. Wenn die SPD eine Große Koaltion derzeit ausschließe, sich nach Neuwahlen aber dazu bereit erkläre, sei das für die Mehrheit der Wähler unverständlich. "Neuwahlen sind ein Weg, den man sich gut überlegen muss und die Argumente, die dafür ins Feld geführt werden, haben mich persönlich nicht überzeugt", erläuterte der Justizminister.

Rücktrittsspekulationen um SPD-Chef Schulz hatten Heil und Maas am Donnerstagabend zurückgewiesen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.11.2017 berichtet.

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