Ehe für alle – so wollen die Saar-Abgeordneten abstimmen (Foto: SR)

Das waren die wahlentscheidenden Themen

Caroline Uhl   24.09.2017 | 17:45 Uhr

Die Flüchtlingsproblematik, Innere Sicherheit, Sicherung im Alter und soziale Ungerechtigkeit waren Meinungsforschern zufolge die wichtigen Themen im Vorfeld der Bundestagswahl. Nur eine untergeordnete Rolle spielten derzeit die aktuelle wirtschaftliche Lage und das Thema Arbeitslosigkeit. Im direkten Vergleich der Kanzlerkandidaten lag Angela Merkel (CDU) klar vor ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz.

Seit 2015 ist die Flüchtlingsproblematik ein gesellschaftspolitisches Kernthema, das auch für die Wahlbürger eine wichtige Rolle spielte, wie aus einer Umfrage der Meinungsforscher von Infratest Dimap in den Tagen vor der Bundestagswahl hervorgeht. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik sehen die Deutschen die Migrationsfrage demnach als wichtigste bundespolitische Herausforderung.

In ihrer Haltung zu Migration und Flüchtlingen waren die Wahlbürger demnach gespalten: 54 Prozent sahen Flüchtlinge als Bereicherung, 38 Prozent nicht. Ähnlich sah es mit der Haltung zum Islam aus: 46 Prozent der Deutschen äußerten ihre Sorge, dass der Islam durch die Zuwanderung einen zu großen Einfluss gewinnen könnte, 52 Prozent wiesen das von sich.

Sicherheit, Bildung, Soziales

Weitere wichtige Themen für die Deutschen im Vorfeld der Bundestagswahl waren laut Infratest Dimap die innere Sicherheit, die Bildung, die wirtschaftliche Absicherung im Alter und die Bekämpfung einer sozialen Ungerechtigkeit. Vor allem Letzteres spielt eine große Rolle: 70 Prozent sorgten sich den Zahlen zufolge davor, dass die Gesellschaft weiter auseinanderdriften wird. Sogar 79 Prozent fanden, dass der Wohlstand in Deutschland ungerecht verteilt ist. Von Bedeutung für die Deutschen war vor der Wahl außerdem eine angemessene Entlohnung.

Im Gegensatz zu vorangegangenen Bundestagswahlen spielten der Arbeitsmarkt und Wirtschaftsfragen in diesem Jahr nur eine untergeordnete Rolle für die Deutschen. Die überwiegende Mehrheit war mit der wirtschaftlichen Situation auch ausgesprochen zufrieden: 84 Prozent bewerteten die wirtschaftliche Lage als positiv und 68 Prozent machten sich den Angaben zufolge keine Sorgen, dass sie ihren Lebensstandard in Zukunft nicht halten können.

Merkel vor Schulz

Im direkten Vergleich der Kanzlerkandidaten schnitt CDU-Kanzlerin Angela Merkel in den Tagen vor der Wahl in fast allen Bereichen besser ab als SPD-Mann Martin Schulz. Einzig im Punkt Bürgernähe kann Schulz Merkel schlagen (58 Prozent für Schulz zu 27 Prozent für Merkel). Ansonsten bewertete die Mehrheit der Befragten die CDU-Spitzenkandidatin als führungsstärker als ihren Herausforderer (75 Prozent für Merkel zu 15 Prozent für Schulz), sahen sie eher in der Lage, Deutschlands Interessen in der Welt zu vertreten (68 zu 20) und schätzten sie außerdem als kompetenter (66 zu 17), glaubwürdiger (49 zu 29) und sympathischer (48 zu 33) als Schulz ein.

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