Die saaländischen Direktkandidaten im neuen Bundestag (Foto: SR/Parteien)

CDU holt drei Direktmandate, SPD siegt in Saarbrücken

  24.09.2017 | 22:30 Uhr

Die CDU hat in drei der vier saarländischen Wahlkreise die Direktmandate gewonnen. Auch das deutschlandweit einzige Duell der Bundesminister ging laut offiziellem Zwischenergebnis damit an die CDU: Peter Altmaier holte das Direktmandat im Wahlkreis Saarlouis vor dem SPD-Politiker Heiko Maas. Die SPD gewann lediglich im Wahlkreis Saarbrücken die meisten Stimmen.

Am knappsten fiel die Entscheidung im Wahlkreis 296 Saarbrücken aus. Die SPD-Vertreterin Josephine Ortleb holte 32,1 Prozent der Stimmen. Ihr Mitbewerber von der CDU, Bernd Wegner, kam auf 31,4 Prozent. Damit zieht Ortleb direkt in den Bundestag ein. Christdemokrat Wegner, bisher Präsident der saarländischen Handwerkskammer und Landtagsabgeordneter, hat aber trotzdem noch eine Chance nach Berlin gehen können: Er hatte auf der CDU-Landesliste auf Listenplatz drei kandidiert.

Altmaier gewinnt Ministerduell

Bundestagswahl 2017
Wahlergebnisse in den saarländischen Gemeinden
Bundesweit hat die CDU die Wahl trotz herber Verluste klar gewonnen. Die SPD ist auf 20,5 Prozent abgerutscht, die Linkspartei wird trotz leichten Zugewinnen schwächste Oppositionspartei. In den saarländischen Gemeinden sieht das Ergebnis teils anders aus. Ein Überblick über die Ergebnisse in den Gemeinden.

Über die Landesliste und nicht per Direktmandat wird der SPD-Landeschef Heiko Maas erstmals in den Bundestag einziehen. Er kandidierte auf dem als sicher geltenden Platz eins der SPD-Landesliste. Das mit Spannung erwartete Duell um das Direktmandat im Wahlkreis 297 Saarlouis verlor Maas aber. Der bisherige Bundesjustizminister unterlag im Duell der Bundesminister dem Kanzleramtschef Peter Altmaier von der CDU klar: Altmaier kam auf 38,0 Prozent, Maas lediglich auf 32,1 Prozent. Altmaiers Vorsprung betrug am Ende fast 10.000 Stimmen, das war wesentlich mehr als Beobachter erwartet hatten.

Eine schwarze Hochburg ist und bleibt der Wahlkreis 298 St. Wendel. Zum dritten Mal in Folge holte die bisherige stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön, dort das Direktmandat. Schön kam auf 41,8 Prozent der Stimmen, was einen Vorsprung von mehr als 14.000 Stimmen bedeutet. Ihr Herausforderer von der SPD, Christian Petry, errang mit 30,4 Prozent deutlich weniger Stimmen.

Im Wahlkreis 299 Homburg gewann Unions-Kandidat Markus Uhl das Direktmandat mit 33,6 Prozent der Stimmen. SPD-Kandidat Esra-Leon Limbacher kam auf 31,4 Prozent der Stimmen. Am Ende machten rund 3000 Stimmen den Unterschied und bescherten Uhl den Einzug in den Bundestag.

Verluste in allen Wahlkreisen

Über alle vier Wahlkreise hinweg mussten CDU und SPD deutliche Verluste hinnehmen. Die CDU büßte 4,4 Prozentpunkte ein, die SPD 4,0 Prozentpunkte. Die deutlichsten Verluste gab es für die Union im Wahlkreis Saarlouis (-6,5 Prozentpunkte). Die SPD verlor die meisten Prozentpunkte im Wahlkreis Homburg (-6,2).

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.09.2017 berichtet.

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