Gesuch nach einem WG-Zimmer (Foto: dpa)

Zu Semesterbeginn werden Wohnungen regelmäßig knapp

  08.12.2016 | 12:00 Uhr

Im Saarland gibt es so wenig öffentlich geförderten Wohnraum für Studenten wie in kaum einem anderen Bundesland. Seit über 20 Jahren sind keine neuen Wohnheimplätze entstanden, wie aus Zahlen den Studentenwerks hervorgeht. Zu Beginn jedes Wintersemesters kommt es zu Engpässen bei günstigen Bleiben.

Seit über 20 Jahren ist die Zahl der vom Studentenwerk verwalteten Wohnheimplätze im Saarland nicht gestiegen. Im Gegenteil: Als 2012 das Wohnheim D auf dem Uni-Campus schließen musste, fielen 260 Bettplätze weg. Jedes Jahr zu Beginn des Wintersemesters, wenn viele neue Studenten ins Saarland ziehen, kommt es zu einer verschärften Wohnraumknappheit. Insbesondere für internationale Studierende, die selten im Voraus den Wohnungsmarkt sondieren können, ist das ein Problem.

Housing Office mit 100-prozentiger Vermittlungsquote

Um dieses Problem zu entschärfen, gibt es unter anderem seit letztem Jahr ein mit 76.000 Euro gefördertes Sofortprogramm, das mit seinem hochschulübergreifenden "Housing Office" Studierende bei der Wohnungssuche unterstützt. Im aktuellen Semester haben 530 internationale Studenten die Serviceleistungen des Housing Office genutzt. Die Vermittlungsquote lag nach Angaben der Staatskanzlei bei 100 Prozent. "Mit dem Housing Office sind wir sehr zufrieden", sagt auch Heike Savelkouls-Diener vom Studentenwerk im Saarland. In Sachen Wohnheim gebe es aber Optimierungsbedarf.

Keine Heime im Bau und keine geplant

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"Uni in Not" ist der Titel des multimedialen Thementages in den Programmen des Saarländischen Rundfunks. Hier gibt es die Texte, Audios und Videos noch einmal zum Nachlesen -hören und -sehen.

Beim Studentenwerk ist die Bettenzahl mit 1094 Plätzen seit Jahren konstant - trotz steigender Studentenzahlen. Zwar gibt es im Saarland noch weitere Akteure auf dem studentischen Wohnungsmarkt, etwa die WOGE Saar, die Evangelische Studierendengemeinde und die Saarbrücker Siedlungsgesellschaft. Deren verfügbaren Wohnraum hinzu gerechnet, steigt die Unterbringungsquote im Saarland auf derzeit 7,25 Prozent. Damit belegt das Saarland nach einer Auflistung des Deutschen Studentenwerks einen der hintersten Plätze im Bundesländervergleich. Nur in Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein ist die Quote noch niedriger als im Saarland. Als einziges dieser vier Bundesländer seien im Saarland auch weder neue Wohnheime im Bau noch welche geplant.

Privatmieten im Rahmen des BAföG-Satzes

Wer keinen Platz in einem der öffentlich geförderten Wohnheime findet, muss sich auf dem privaten Markt umschauen und die entsprechenden Preise zahlen. Hier scheint die Situation in Saarbrücken und Homburg in Vergleich mit anderen Hochschulstädten allerdings weniger dramatisch. Mit einer durchschnittlichen Warmmiete von 9,30 Euro pro Quadratmeter bewege sich das Niveau im Rahmen des BAföG-Fördersatzes, erklärt die Staatskanzlei mit Bezug auf das aktuelle CHE-Hochschulranking. Saarbrücken liege damit bundesweit in der Mittelgruppe. Anders als in Wohnheimen üblich müssen sich sie Studenten bei den privaten Anbietern aber oft noch um die Einrichtung kümmern.

Daten
Die saarländischen Studenten und die Wohnraumsituation
Studierendenzahlen, Wohnheimplätze, Unterbringungsquote: Das studentische Wohnen im Saarland in Zahlen.

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