Bergleute unter Tage (Foto: dpa)

Aufstieg und Fall des Bergbaus

  06.02.2012 | 12:29 Uhr

Die Anfänge des Bergbaus an der Saar liegen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Einst mit 500 Bergleuten gestartet, florierte die Branche über und beschäftigte Anfang des 20. Jahrhunderts über 40.000 Kumpel. Ende der 60er Jahre begann der langsame Abstieg.

Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Köhleförderung im Saargebiet unter Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken. Insgesamt gab es damals zwölf Gruben, in denen Steinkohle von knapp 150 Bergleuten gefördert wurde. An die 50.000 Tonnen waren es damals pro Jahr – eine Fördermenge die später im modernen Saarbergbau in fünf Tagen erzielt wurde.

Der Bergbau wuchs und wuchs über viele Jahre

Anfang des 19. Jahrhunderts zogen in den saarländischen Gruben die Dampfmaschinen ein und lösten eine wahre Revolution beim Abbau aus. Die Fördermenge wuchs auf 700.000 Kubikmeter, die Zahl der Belegschaft auf fast 5000. Und ein Ende des Wachstums war nicht abzusehen.

Mitte des 19. Jahrhunderts waren schon über 10.000 Menschen im Bergbau tätig. Anfang des 20. Jahrhunderts lag die Zahl der Bergleute im Saarland bei über 40.000. Fast zehn Millionen Tonnen Steinkohle wurden damals gefördert.

Im Laufe der Zeit wurden Gruben geschlossen

Nachdem die Gruben im Saarland immer wieder im Wechsel unter preußischer und französischer Herrschaft gestanden hatten, wurden Mitte der 50er Jahre, dann die Saarbergwerke gegründet. Damals zählte das Saarland zu den bedeutendsten europäischen Steinkohlerevieren. Kurze Zeit später verzeichnete man jedoch rückgängige Fördermengen: Billiges, auf den Markt drängendes Mineralöl machte der Kohle Konkurrenz. Nach und nach wurden immer mehr Gruben stillgelegt. Allein in den 60er Jahren waren es über zehn Anlagen. Die Zahl der Mitarbeiter wurde um die Hälfe auf rund 25.000 reduziert. Nach einer kurzen Renaissance in den 80er Jahren gingen die Mitarbeiterzahlen und die Fördermenge nach und nach zurück.

2012 endet die Bergbauära an der Saar

Ende der 90er Jahre erfolgte dann die Übernahme der "Saarbergwerke AG" durch die "RAG Deutsche Steinkohle" und bereits wenige Jahre später begann die Diskussion um den Ausstieg aus der Kohleförderung. Ursprünglich sollte dieser im Saarland 2018 erfolgen, das große bergbaubedingte Beben im Februar 2008 sorgte jedoch dafür, dass im März 2008 beschlossen wurde, den Bergbau an der Saar bereits Ende Juni 2012 zu beenden.

Dann wird die letzte noch aktive Grube in Ensdorf geschlossen, in derzeit noch rund 1500 Menschen arbeiten, und damit endet auch ein Kapitel, das über Jahrhunderte die Identität der Region mit geprägt hat.

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