Steinkohle (Foto: dpa)

Zukunft der Kohle

  13.09.2005 | 20:52 Uhr

Bei einer Veranstaltung der IGBCE im Saarland hat sich Wirtschaftminister Clement für die Weiterführung des Kohlebergbaus ausgesprochen. Kohle sei ein unverzichtbarer heimischer Energieträger und ein sozialverträglicher Ausstieg derzeit nicht möglich.

(13.09.2005) Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hatte gerufen, 500 Gewerkschafter und der Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) waren gekommen. Das Motto der Veranstaltung in Püttlingen: 'Zukunft statt Auslaufbergbau – Deutschland braucht unsere Steinkohle‘. Ein Motto, ganz im Sinne von Wolfgang Clement. Schließlich war er lange Jahre Ministerpräsident im Kohle-Land Nordrhein-Westfahlen und für ihn ist die Kohle mehr denn je ein wichtiger Energieträger für Deutschland.

C02-freie Kohlekraftwerke

Für den Ausstieg aus der Kohle sieht er – zumindest für die nächsten Jahrzehnte - keine Möglichkeit. Man habe eine veränderte Weltenergielage, so der Minister. In einer Zeit, in der die Ölpreise explodierten, werde auf der ganzen Welt nachgedacht, wie man die Energieversorgung sichern könne. „Da kann ich mir vernünftigerweise nicht vorstellen, dass man in Deutschland eine Energiequelle komplett abschneidet“, so Clement. Zumal seiner Ansicht, nach die als Alternative gehandelte Atomenergie eine ungleich größere Bedrohung für die Bevölkerung darstelle.

Clement setzt lieber auf das CO2-freie Kohlekraftwerk. Es sei technologisch möglich. Eine erste Pilotanlage soll jetzt errichtet werden, und „wir gehen davon aus, dass 2020 das CO2-freie Kraftwerk läuft“, so der Wirtschaftsminister. Dies sei für die Welt fast ein Geschenk, sagt Clement – wobei sein Blick dabei auch dem für Deutschland nicht ganz unbedeutenden Export von Kohlekraftwerkstechnik gilt.

Der Ausstieg und die Arbeitsplätze

Aber nicht nur die Frage der Sicherung der Energieversorgung hat Clement beim Thema Kohle im Blick. Auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt sei ein schneller Ausstieg nicht möglich – zumindest nicht ohne soziale Brüche. Die CDU-Landesregierung unter Peter Müller hat sich schon vor Jahren dafür ausgesprochen, den Bergbau „ sozialverträglich“ auslaufen zu lassen. Das findet sich jetzt auch im Unions- Wahlkampfpapier wieder. Das sei nicht möglich, sagt Clement. „Er (Peter Müller) sei nicht in der Lage, den Verlust an Arbeitsplätzen zu kompensieren. Wir reden immer noch über den stärksten Arbeitgeber des Saarlandes.“ An der Saar hingen 7.500 Arbeitsplätze unmittelbar mit dem Bergbau zusammen und dazu kämen nochmal fast doppelt so viel Arbeitsplätze, die mittelbar betroffen wären.

Bergbau und Bergbauschäden

Und was ist mit den vielen, die unter dem Bergbau leiden – zum Beispiel durch Bergbeben und Grubenschäden? Viele Wirtschaftsbranchen verlangten von den Menschen in ihrer Umgebung Sonderopfer, erwidert der Minister. Aber der Bergbau müsse natürlich alles tun, um vorbeugend zu verhindern, dass Bergschäden entstünden. Und soweit Schäden entstanden seien, müsse es „auf unbürokratischste und großzügigste Weise geregelt werden.

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