Saarländisches Staatstheater (Foto: dpa/Katja Sponholz)

Staatstheater mit vielen Neuanfängen

  03.09.2017 | 20:05 Uhr

Mit einem großen Theaterfest ist das Saarländische Staatstheater am Sonntag in die neue Spielzeit gestartet. Rund 40 Neuproduktionen stehen auf dem Spielplan des Drei-Sparten-Hauses. Jede Menge neuer Gesichter gibt es obendrein.

Saarländisches Staatstheater: Start in die neue Spielzeit
Audio [SR 2, Barbara Grech, 03.09.2017, Länge: 04:34 Min.]
Saarländisches Staatstheater: Start in die neue Spielzeit

In der saarländischen Landeshauptstadt hält die neue Theater-Saison in diesem Jahr nicht nur jede Menge Premieren bereit, sondern auch zahlreiche neue Gesichter. Bodo Busse (48), zuvor Intendant des Coburger Landestheaters, hat die Nachfolge von Dagmar Schlingmann angetreten, die nach elf Jahren zum Staatstheater Braunschweig gewechselt ist. Busse installierte gleich zwei neue Doppelspitzen: für das Schauspiel Bettina Bruinier und Horst Busch und für die alternative "Sparte 4" Luca Pauer und Thorsten Köhler.

Bürgernähe durch Kommunikation

Die neue Doppelspitze des Schauspiels am SST: Bettina Bruinier und Horst Busch (Foto: Saarländisches Staatstheater)
Bettina Bruinier und Horst Busch (Foto: Henning Rosenbusch)

Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) ist überzeugt, dass der neue Generalintendant den Dialog mit der regionalen Kulturszene "mit hohen Kommunikationsfähigkeiten" voranbringen werde. "Bürgernähe wird durch Kommunikation hergestellt", sagte er. "Wir dürfen uns also auf ein Staatstheater freuen, das auf Menschen zugeht und diese mitnimmt." Was erwarten umgekehrt die Theatermacher vom saarländischen Publikum? Die neue Schauspiel-Direktorin Bettina Bruinier, die zuletzt als freie Regisseurin an verschiedenen Theatern, unter anderem in Darmstadt, arbeitete, und Chefdramaturg Horst Busch, der vom Staatstheater Nürnberg wechselte, antworten nicht nur zeit-, sondern auch wortgleich: "Offenheit!" Denn das, so erklärt der 55-jährige Busch, "ist das Schwerste und zugleich das Schönste, was man erfahren kann."

"Freiheit, Gleichheit, Sicherheit"

Die neue Doppelspitze der sparte4: Thorsten Köhler und Luca Pauer (Foto: Saarländisches Staatstheater / Henning Rosenbusch)
Thorsten Köhler und Luca Pauer (Foto: Henning Rosenbusch)

Busch, der nach seinem Studium 1989 für ein Jahr schon einmal am Saarbrücker Theater war, ist jedenfalls zuversichtlich: "Die Stadt hat sich verändert, sie ist noch vielfältiger und auch schöner geworden. Und es gibt ein großes Interesse für künstlerische Neuerungen." Gleichermaßen schwierig wie reizvoll gestaltete sich für die neue Theaterleitung die Aufgabe, ein nahezu komplett neues Ensemble zusammenzustellen. Schließlich gab es gleich 14 von 18 Stellen neu zu besetzen. Doch auch hier erwies sich die bislang ungewöhnliche Form der Doppelspitze als Gewinn: "Man fühlt sich anschließend sicherer in den Entscheidungen", gibt Busch zu.

Die neue Saison haben Busch und Bruinier unter das Motto "Freiheit, Gleichheit, Sicherheit" gestellt und dafür Stücke von Autoren wie Gotthold Ephraim Lessing, Georg Büchner, Dario Fo, Elfriede Jelinek und Mark Ravenhill ausgesucht. Sie wollen damit sowohl das alte Stammpublikum ansprechen als auch neue und junge Besucher gewinnen. Etwa durch eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen und der Theaterpädagogik, durch das neue "Ensemble 4", das Bürger in die Stücke einbindet oder durch ungewöhnliche Spielstätten in der Stadt.

Auftakt mit Theaterfest

Das Theaterfest zum Spielzeit-Start fand am Sonntag auf dem Tbilisser Platz, im Großen Haus und in der Alten Feuerwache statt. In der neu gestalteten Sparte4 gab es eine Vorschau auf die kommende Spielzeit. Höhepunkt des Festes war ein Promenaden-Konzert um 20.00 Uhr auf dem Tblisser Platz mit dem Saarländischen Staatsorchester.


Intendant Busse: "Ich sehe mich als Ermöglicher"
Audio [SR 2, (c) SR 2 / Reingart Sauppe, 02.09.2017, Länge: 14:35 Min.]
Intendant Busse: "Ich sehe mich als Ermöglicher"

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 03.09.2017 berichtet.

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