Roland Stigulinszky beim Zeichnen im Telesaar-Studio (Foto: Richard Kirst)

Roland Stigulinszky: ein Radio-Freund und Fernsehkarikaturist

  20.12.2017 | 09:58 Uhr

Den Karikaturisten und Satiriker, Grafikdesigner, Texter und Berater Roland Stigulinszky hat das Radio durch sein langes Leben begleitet. Zuerst der gerade entstandene nationalsozialistische Reichssender Saarbrücken, dann das französisch dominierte Radio Saarbrücken und seit 1957 der öffentlich-rechtliche Saarländische Rundfunk. Dem Radioprogramm hat „Stig“ – so sein Kürzel – gern zugehört, auch bei seiner Arbeit als Werbegrafiker oder beim Zeichnen seiner Karikaturen u.a. für die satirische Zeitschrift „Tintenfisch“ und die Saarbrücker Zeitung. Aber der gebürtige Saarbrücker (* 1926) mit ungarischem Vater hat selbst auch für das Radio und vor allem das Fernsehen gearbeitet.

Von Roland Stigulinszky

Mein Vater hatte sich Mitte der dreißiger Jahre ein fahrbares Schränkchen gebosselt, vorn und hinten offen und obendrauf die drehbare Rahmenantenne, so Stücker 80 Zentimeter Durchmesser, ein achteckiges Rhönrad, mit ummantelten Drähten „verspannt“, im Schrankmittelteil der klotzige Radioapparat und unten zwei große Batterien.

Der stand im Schlafzimmer, und sonntagmorgens lag Papa lange im Bett, drehte an Knöpfen und Antenne bis nach Gequietsch und Gejaule das Hamburger Hafenkonzert kam (das von mehreren deutschen Sendern übernommen wurde), oder (der öffentlich-rechtliche Schweizer Sender) „Radio Beromünster“.

Ferdi Welter (Foto: SR)
Ferdi Welter als Ansager beim Sonntagskonzert einer Wehrmachtskapelle am Eichhornstaden.

Nach 1935 (also nach der Rückkehr des vorherigen Saargebiets zum damals nationalsozialistischen Deutschland) spazierte Papa mit uns Kindern bei gut Wetter zum Staden (einer Parkanlage am Saarbrücker Saar-Ufer), wo damals noch die alten Kanonen von Leipzig einundleipzig standen und der (Schauspieler und Ansager/Conférencier des Reichssenders Saarbrücken) Ferdi Welter das Blasen der Polizeikapelle, der Kapelle der SA (nationalsozialistische „Sturmabteilung“) oder – im Krieg – der Wehrmacht den Hörern am Gerät und am Staden mit heiterem Geplauder verkaufte.

Roland Stigulinszky zu den Sendungen des Reichssenders SB
Video [SR.de, 23.01.2018, Länge: 02:10 Min.]
Roland Stigulinszky zu den Sendungen des Reichssenders SB

In der Nähe stand die Villa Davidson, wo der Reichssender Saarbrücken damals residierte. Im Reichssender gab‘s natürlich auch Hitlers Reden an seine Volksgenossen („Ruich – der Führer spricht!“) und im Krieg kamen über den Sender neben den Wehrmachtsberichten und den Sondermeldungen die ersten Luftwarnungen („Feindliche Bomberverbände im Anflug aus Nordwesten“), die danach meist von den Luftschutzsirenen überlagert wurden.

Und es gab im Saarbrücker Radioprogramm natürlich „Sperlings Bunte Bühne“, den damaligen „Straßenfeger“. Das war eine sehr populäre Unterhaltungssendung am Samstagnachmittag, die von mehreren anderen Reichssendern übernommen wurde.

Roland Stigulinszky zu "Sperlings Bunter Bühne"
Video [SR.de, 23.01.2018, Länge: 00:22 Min.]
Roland Stigulinszky zu "Sperlings Bunter Bühne"

Als ich 1947 aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimkam, war mein erstes musikalisches Erlebnis ein Lieder-Abend. Peter Klemann, nach 1957 beim Saarländischen Rundfunk dann Redakteur für Kammermusik, sang Schubert in einem kleinen Saal des St. Johanner Rathauses.

Ich erinnere mich auch gern an die „Jugendkonzerte“ in der Wartburg. Dr. Rudolf Michl, der Chefdirigent und Leiter der Musikabteilung von Radio Saarbrücken (so hieß der von den Franzosen dominierte Saarbrücker Sender seit 1946) gab vor Konzertbeginn stets kluge und verstehbare Erläuterungen. Und auf dem Programm standen viele Kompositionen, die im „Dritten Reich“ verboten gewesen waren (so im Eröffnungskonzert der Reihe das Violinkonzert von Mendelssohn). Es war so viel leer geblieben in uns Jungen.

Jugendkonzerte (Foto: SR)
Wegen der leicht verständlichen Einführungen durch den Dirigenten Rudolf Michl auch bei Erwachsenen sehr beliebt: die Jugendkonzerte.

Das muss etwa die Zeit gewesen sein, 1950, 1952 oder so, damals, als Zarah Leander, Hans Albers und viele andere Künstler ins Saarland strömten, um die „cuisine française“ abzuschmecken – es hatte „drüben“ länger als bei uns Brotsupp gegeben. Und, „pénétration culturelle“ hin oder her – sie wurden begeistert umdrängelt. Margot Hielscher war auch da. Ich erinnere mich, dass sie meiner Frau sagte, sie sei ja ausgebildete Opernsängerin und für die Chansons müsse sie ihre Stimme ummodeln. Ich habe sie für den Abend im Großen Saal des ehemaligen evangelischen Gemeindehauses „Wartburg“, das ja damals den ganzen Rundfunk beherbergte, zwei Meter hoch als Kulissen-Karikatur auf die Bühne gestellt. Eine schöne Frau war das! Groß, mit Löwenmähne.

Hans Albers (Foto: Walter Barbian)
Margot Hielscher (Foto: SR)
Hans Albers (Foto oben) und Margot Hielscher traten im Saarland und bei Radio Saarbrücken auf – um die cuisine française „abzuschmecken …“
Logo Telesaar (Foto: SR)
„Telesaar“ war der erste kommerzielle Fernsehsender in Europa.
Hedy Ballier (Foto: Richard Kirst)
Hedi Ballier: eine der Fernsehansagerinnen von „Telesaar“.

Naja, und dann Fernsehen. Anfang der fünfziger Jahre war hierzulande Fernsehen eine technische Sensation wie dreißig Jahre vorher das Radio. Frédéric Billmann, französischer Generaldirektor von Radio Saarbrücken, kam auf die Idee, den teuren Fernsehspaß privat finanzieren zu lassen: Prinz Rainier und Charles Michelson gründeten mit ihm Mitte 1952 die Saarland Fernseh AG. Sie durfte auch den Sender Europe N° 1 auf dem Felsberg bauen und vom Gau aus Werbesendungen nach Frankreich abstrahlen. In Frankreich selbst war privater Rundfunk verboten. Daher war der technische „Umweg“ auch über das Saarland nötig.

Von den reichlichen Werbeeinnahmen mussten ein paar Tropfen ein Saarländisches Fernsehen bewässern, als Entgelt für die Sendelizenz aus dem Saarland.

Das Fernsehen hieß Telesaar und wohnte in der Dudweilerstraße, 2. Stock, Ecke Richard-Wagner-Straße. Telesaar begann am Tag vor Weihnachten 1953 zu senden – Christa Adomeit sagte an – und verkündete ein viertel Jahr später das erste vollständige Abendprogramm. Als Ansagerinnen kamen dann Gisela Purwins, die blonde Hedi Ballier und Eileen Leibbrandt hinzu. Christa hat später den Sprecher O. K. (Otto Karl) Müller geheiratet.

Im Sommer 1954 gab es vielleicht 700 Geräte an der Saar, die meisten in Gaststätten, wo sich abends die Gemeinde statt vor der Theke an der Glotze versammelte. Ich zeichnete ziemlich bald jeden Freitag ab viertel nach sieben 20 Minuten Programmvorschau für die nächste Woche. Drüben „im Reich“ hatte ich mal auf dem Bildschirm Ernst Maria Lang (Architekt und Karikaturist der Süddeutschen Zeitung von 1947 bis 2003) vor einer Staffelei sitzen sehen, wie er zeichnete und kommentierte; politische Karikatur … damals glänzend. So wollte ich das auch machen.

Roland Stigulinszky zeichnete bei Telesaar (Foto: Richard Kirst)
Stig zeichnete und präsentierte live eine Programmvorschau auf die jeweils folgende Woche.

In dem größeren Wohnzimmer, das Aufnahmestudio genannt wurde, gab es zwei, drei Kameras. Fred Ohnesorg, Willi Raber und Ohm Wegener standen als Kameraleute dahinter. Ohm hatte bei Prof. Robert Sessler (an der staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken) Grafik studiert.

Dietrich und Billmann, Europe 1 Felsberg (Foto: SR)
Vor hier wurde das Programm von Europa 1 nach Frankreich ausgestrahlt: Die Sendehalle des Langwellensenders in Felsberg im Saarland. Im Bild (v. l.): Chefredakteur Wilhelm Diederich und Frédérik Billmann, Europe 1 Felsberg.

Im Glaskäfig über einer Schmalseite des Studios saßen abwechselnd Ramon Gill, Günther Meyer und Achim Grundies in der Senderegie. Ilse Laudenklos schob die Regler (Bildmischerin). Sie war später bis 1992 die Chefcutterin beim SR auf dem Halberg. Christl, später Freds Frau, pinselte uns vor der Sendung den Puder ins Gesicht.

Ramon Gill und Ilso Laudenkos (Foto: Richard Kirst)
Ramon Gill und Ilse Laudenklos gehörten zum ersten Team von Telesaar.
OK Müller (Foto: SR)
Der Sprecher und Schauspieler O. K. Müller kommentierte auch Catchen – ohne Aufzeichnung direkt zum Bild.
Gustav Stirius (Foto: SR)
Gustav Stirius: ein Drucker mit Nebenberuf Zauberer.

Die Sprecher O. K. Müller und Olaf Quaiser kommentierten die Catch-as-catch-can-Abende aus dem Cirque d’Hiver. Wenn das Filmmaterial für den Abend aus Paris gekommen war, hockten sich die zwei ins Abspielkabuff, um zu sehen, wozu sie am Abend live was sagen sollten. Dann hörte man draußen O. K.s lachendes Gemecker, wenn ihnen beiden wieder eine richtig schöne, dreckige Anmerkung zu den Holzereien eingefallen war. Die sie dann aber abends, wenn die Kämpfe über den Sender gingen, leider unterdrücken mussten.

Alex Baron gab den Hobbygärtnern unter den Zuschauern Ratschläge, der Helmut Scheuer bastelte im Angesicht der Kamera in der Dudweilerstraße und später noch jahrelang im Fernsehen in Luxemburg und im ZDF. Es gab Mini-Fernsehspiele, Tanz und Musik. Gustav Stirius stoppte die Maschinen in seiner Druckerei und zauberte. Heinz Schenk begann als Conférencier der Abendveranstaltungen im Johannishof seine Fernsehkarriere (später u. a. Moderator im „Blauen Bock“ in der ARD).

Bubi Geimer war im Studio Conférencier bei der Modenschau – ein kleinerer Wiederbeginn nach seiner Glanz­karriere als Deutschlands Senkrechtstarter auf Willi Schaeffers Brettern im ‘Kabarett der Komiker’ und im ‘Wintergarten’ in der „Reichshauptstadt“ Berlin. Aber bald danach ging Bubi in die Plakatwerbung. Seine erste Frau war die Marita Gründgens, Gustafs Schwester. „Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen ...“, ihre Tränenschnulze, ging hunderte Mal über alle Reichssender (ihre erfolgreichsten Titel vor dem Krieg waren allerdings „Ich wünsch' mir eine kleine Ursula“ und „Wenn ich groß bin liebe Mutter“). Und Gustaf war Preußischer Generalintendant und Mephisto! Werner Dorow und der unvergessene Charly Scholz, Sportreporter von Radio Saarbrücken, waren auch dabei.

Werner Dorow und Paul Desfossez (Foto: SR)
Reporter Werner Dorow (r.) im Interview mit Paul Desfossez, dem Technischen Direktor der Dillinger Hüttenwerke

Es war ein herrliches Wildwestfernsehen und das Sprungbrett für fast alle, die dabei waren. Günther Meyer wurde ein hohes technisches Tier beim Hessischen Rundfunk; Fred Ohnesorg nahm die Arri (Arriflex-Kamera) in die Hand und begleitete den Abenteurer Rox Schulz durch den brasilianischen Urwald. Christl Ohnesorg wurde Fernsehcutterin beim SR und schnitt die ruhigen, ganz persönlichen Grenzlandschafts-Features unseres gemeinsamen Freundes Alfred Gulden. Christa Adomeit mit ihrer warmen, jungen Stimme wurde beim SR eine gesuchte Sprecherin für anspruchsvolle Sendungen.

(Viele der zuvor genannten Telesaar-Mitarbeiter arbeiteten zugleich auch für Radio Saarbrücken. Dies waren zwar zwei unterschiedliche Sender, sie hatten aber mit Frédéric Billmann einen gemeinsamen obersten Chef. Und zudem vermarkteten sie ihre Werbezeiten auch in einer gemeinsamen Werbegesellschaft, der Radioreklame Saar.)

Für mich ging’s immer los bei Rotlicht auf Kamera Eins. Jedes Mal ohne Probe. Live. Für den Sendeleiter immer auch ohne Wissen, was ich da zeichnen und sagen würde. Dirk Tonnies musste viel Gottvertrauen haben, dass ich nicht zu politisch oder nicht zu erotisch zeichnete und quasselte. Tonnies war Holländer. Er verfolgte jede Sendung. Manchmal kam er, wenn ich fertig war, zur Tür reingestürzt und rief „Wunnebar!“ Manchmal ließ er sich nicht sehen, manchmal sagte er drohend-vorwurfsvoll: „Der Herr Pfarrer aus Niederlinxweiler hat ancherufen …!!“ Aber das legte sich immer bald.

Tonnies’ Leibspruch hieß: Alles fudde Gunnde (alles für den Kunden)! Telesaar machte als Werbefernsehsender vieles möglich.

Dirk Tonnies (Foto: SR)
Sendeleiter Dirk Tonnies sorgte für Ordnung bei Telesaar – wohl nicht immer leicht, wenn Stig zeichnete und moderierte.
Werner Wiedermann (Foto: SR)
Werner Wiedemann: vom Chansonnier zum erfolgreichen Werbefunk- und Radiosprecher.
Johannes Hoffmann (Foto: SR)
Johannes Hoffmann, mit Spitznamen „Joho“: Saarländischer Ministerpräsident von 1947 bis 1955.

Die kommerzielle Seite der Fernseharbeit bei Telesaar war für meine Frau und mich nicht unangenehm. Der „Tintenfisch“ (die Zeitschrift, bei der sich „Stig“ als Karikaturist einen Namen gemacht hatte) war zu Ende gegangen und Telesaar hatte sich 1953 nahtlos angeschlossen. So fielen wir nicht ins Loch.

Nach 1957 war der „Werbefunk Saar“ auf dem Halberg die Tochter, die der Saarländische Rundfunk zum Geldverdienen auf die Straße schickte. Damals gab‘s beim Werbefunk (der täglich mehrere Stunden Radioprogramm beisteuerte) kaum Konserven. Aber Namen! Da war Hildegard Puth, die die Lesieur-Werbung sprach und die für die Laco-Uhr. Und es gab Werner Wiedemann, dessen Chansonnier-Karriere in die Werbefunk-Hierarchie mündete, und und und.

Bernd Gilgen war dort lange Chef. Er gehörte zu den ganz wenigen profund kenntnisreichen Fachleuten an der Saar, die Wissen und Fakten über Werbung und Medien im Kopf hatten und beides zudem auch noch witzig präsentieren konnten. Ein Selfmademan der aussterbenden Spezies in den Kommunikationsbranchen.

Er war anders als sein Vorgänger Emil Lehnen, Journalist und Generalsekretär von Johos CVP (der Christlichen Volkspartei von Ministerpräsident Johannes Hoffmann) ... auch ein schlauer Kopf, aber auf kleinem Unterbau mit umgekehrt reziprokem Selbstwert-Gefühl … (Lehnen war von 1952 an auch neun Jahre lang CVP-Abgeordneter im saarländischen Landtag gewesen.) Tempi passati.

 (Foto: SR)
Bernd Gilgen (Foto: SR)
Emil Lehnen (Bild oben) und Bernd Gilgen: zwei erfolgreiche Werbefunkchefs zu Beginn der Europawelle Saar.

Lange war der SR für uns dann Sonntagsmorgen-Konzert in der Kongresshalle. Ich erinnere mich an einen Morgen im Januar 1997. Es gab einen schönen Riehm (Rolf Riehm, ein in Saarbrücken geborener Komponist), danach die hebräische Rhapsodie „Schelomo“ von Ernest Bloch. Wir haben beide wie gebannt gehört. Alle waren wie gebannt. Der Beifall nahm kein Ende.

Wenn ich Jude wäre, diese Rhapsodie empfände ich – betroffen, erhoben, aufgerüttelt – als den Ausdruck des alttestamentarischen und des gegenwärtigen Schicksals meines Volkes. Wenn ich Jude wäre.

Und wenn wir dann noch das beklagte jüdische Jahrtausende-Schicksal, das seit 50 Jahren den Palästinensern aufgebürdet ist, von deren Schultern genommen hätten, empfände ich Stolz (Roland Stigulinszky machte nie ein Geheimnis daraus: Als Heranwachsender war er ein überzeugter Hitlerjunge.).

Der Solist beim SR-Orchester war der brasilianische Cellist Antonio Meneses. Was er für tiefste Tragik-Töne aus seinem Instrument geholt hat! Auch das Orchester war hingerissen. Meneses hat bei Antonio Janigro studiert. Janigro hat das Kammerorchester des Saarländischen Rundfunks geleitet, nach dem Tod seines Vorgängers Karl Ristenpart. Unter Ristenpart ist das Orchester in der ersten Hälfte der 50er Jahre Johos Renommierstück gewesen. Und, so bald nach dem Krieg, ein unübertrefflicher musikalischer Botschafter des guten Willens der deutschen Kultur. Auf fremden Böden, die noch nach deutschem Pulver rochen. Von Janigro hält sich, neben lebendigeren anderen Zeugnissen, im SR sein Dialog mit einem Geiger, der eine bestimmte Solo-Passage anders bringen wollte: „Du must nisse machen, wie Du dänkst – Du must machen, wie Antonnio saggt!”

Ja, wenn man mal mit dem Erinnern anfängt, kriegt man bald vor lauter Kopfschütteln, was da alles war, den Tatterich.

Antonio Janigro (Foto: SR)
Antonio Janigro: Dirigent des SR-Kammerorchesters von1968 bis 1971.

Aber wo ich nun schon mal bei den Erinnerungen bin – ein paar davon sind auf Kassette, Video oder CD gespeichert (beim SR inzwischen digital): so von 1980 das „Gästebuch“-Gespräch, zu dem mich mein Freund Dr. Franz-Josef Reichert eingeladen hatte und eine lange, auch politische „Hinterfragung“ durch Literaturredakteur Arnfrid Astel.

Arnfrid Astel (Foto: SR)
Arnfrid Astel – ein Literaturchef mit Biss.
Alfred Gulden (Foto: SR)
Alfred Gulden – ein „Grenzgänger“ als Schriftsteller und Filmemacher.

Einen langen Fernsehbericht hatte1986 Alfred Gulden zum „Tintenfisch“ und anderem bei uns gedreht. Christl Ohnesorg nahm ihn am Schneidetisch liebevoll in die Hand. Der Frauenfunk-Redakteurin Dr. Christiane Koch konnte ich im selben Jahr ein Hörfunk-Feature über „Frauen und Männer um Paula Modersohn-Becker“ verkaufen. Im „Kulturellen Wort“ von Hans-Jürgen Koch las ich, von Rainer Petto sehr solide betreut, meinen Text „Dem Hitler beinah die Hand gegeben“ (der Titel war Kochs Idee).

1991 führte ich mit Heinrich Kalbfuss ein langes Fernsehgespräch in seiner Reihe „Persönlich – Gedankenaustausch zwischen Leuten etwa gleichen Jahrgangs“. 1996 wirkte ich an einem SR-Beitrag fürs ARD-Programm „Ich wünsch mir ein Lied“ mit der Sängerin Anna Papoulias mit. Georg Bense drehte da eine dichte schöne Sache für die Fernsehunterhaltung von Dr. Michael Beckert. 2006 schließlich führte die ehemalige SR-Journalistin Marie-Elisabeth Denzer ein Gespräch mit mir für die Reihe „Journalisten als Zeitzeugen“ – im Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen.

As time goes by.

Redaktion für den Arbeitskreis SR-Geschichte: Axel Buchholz (ab); Eva Röder (Gestaltung/Layout), Roland Schmitt (Fotos/Recherche); Mitarbeit: Sven Müller und Jürgen-Kornelius Mahrenholz.

Roland Stigulinszky verwendete für seinen Text auch Auszüge aus seinem Buch „Vom Hundertsten ins Tausendste“. Zum besseren Verständnis sind redaktionell gelegentlich kurze Erläuterungen kursiv und in Klammern ergänzend hinzugefügt.)

Artikel mit anderen teilen