Helm eines Bergmanns im Umkleideraum (Foto: dpa)

Kurzarbeit für DSK genehmigt

  28.10.2005 | 10:14 Uhr

Der Antrag der DSK auf Kurzarbeit für ihre 450 vom Abbaustopp betroffenen Bergleute ist genehmigt worden. Damit übernimmt die Arbeitsagentur Saarlouis einen Großteil der Gehälter der Bergleute, die momentan nicht gebraucht werden.

(28.10.2005) Die Agentur für Arbeit in Saarlouis hat für die rund 450 DSK-Mitarbeiter des Kohleflözes Grangeleisen bei Hülzweiler Kurzarbeit genehmigt. Das bestätigte eine DSK-Sprecherin dem SR. Den Mitarbeitern werde rückwirkend ab dem 24.Oktober Kurzarbeitergeld gezahlt.

Einnahmenausfall für die Bergleute

Damit übernimmt die Arbeitsagentur einen Großteil der Gehälter der Bergleute, die derzeit nicht gebraucht werden - und zwar je nach Familienstand in Höhe von 60 bis 67 Prozent des gewöhnlichen Nettoeinkommens. Die DSK hat bereits signalisiert, das Ausfallgeld noch weiter aufstocken zu wollen. Dazu werde es entsprechende Gespräche zwischen DSK und Betriebsrat geben. Über die Höhe der Aufstockung wurde bislang nichts bekannt. Klar ist nur, dass alle 450 Bergleute unterm Strich Einbußen zum normalen Einkommen werden hinnehmen müssen.

Antrag auf Aus für den Abbaustopp läuft

Über einen weiteren Eilantrag der DSK, mit dem das Unternehmen die Erlaubnis zur Wiederaufnahme der Förderung erreichen will, wird Ende der ersten Novemberwoche eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts erwartet.

Hintergrund

Ende September hatte das Bergamt Saarbrücken auf Initiative der saarländischen Landesregierung wegen häufiger Erderschütterungen unter bewohntem Gebiet einen Abbaustopp im Flöz Grangeleisen verfügt. Demnach sollte der Abbau erst dann weitergehen, wenn die Bebengefahr ausgeschaltet worden sei. Das aber ist der DSK trotz Einsatz modernster Mittel ("Hydro-Frac-Verfahren") nicht gelungen. Die 450 Grangeleisen-Bergleute können derzeit deshalb nicht arbeiten. Die DSK ist der Meinung, dass nicht sie, sondern die öffentliche Hand die Kurzarbeit zu verantworten hat und beantragte für Grangeleisen Kurzarbeit. Beim Verwaltungsgericht Saarlouis reichte die DSK nach dem fehlgeschlagenen zweiten Versuch außerdem einen Eilantrag ein, mit dem das Unternehmen trotz des gescheiterten Hydro-Fracs gegen den Abbaustopp im betreffenden Flöz vorgehen will.

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