Internetseite von "Kleider zum Mieten" (Foto: SR)

Neuer Trend? – Kleider zum Mieten

Bei Tchibo kann man ab sofort Baby- und Kinderkleidung mieten. Nur eine einzelne Marketing-Aktion oder schon ein neuer Trend?

Seit dem 23. Januar können Eltern bei Tchibo online Baby- und Kinderkleidung mieten. Wenn die Kleidungsstücke nicht mehr gebraucht werden, werden sie zurückgeschickt, gereinigt, aufbereitet und an die nächste Familie versendet.

Für wen gibt es Kleider zu mieten?

Tchibo ist der erste Anbieter, der Kleidung für Babys und Kleinkinder anbietet. Alltagskleider mieten können bislang nur Frauen mit gängigen Konfektionsgrößen. Für Männer gibt es das Angebot noch nicht, außer für Jeans.

Wie funktioniert Kleider mieten?

Tchibo vermietet die Kleidung für einen Monatspreis je Teil. Bei den Online-Anbietern Myonbelle und Kleiderei bezahlen die Kundinnen eine monatliche Flatrate. Dafür bekommen sie ein Paket mit Kleidung geschickt. Welche Teile in dem Paket sind, suchen die Firmen aus. Als Grundlage dient ein Fragebogen oder die Markierung der Lieblingsstücke online. So können die Anbieter ihre Lagerkapazität optimal ausnutzen. Für die Kundinnen soll der Vorteil sein, neue, inspirierende Outfits zu bekommen, die sie vielleicht selbst nicht ausgesucht hätten.

Beim holländischen Anbieter Mudjeans suchen sich die Kunden ihre Jeans online aus und zahlen pro Teil einen monatlichen Mietpreis. Als erste Modekette bietet Filippa K in seiner Berliner Filiale das Mieten von Alltagskleidung an. Alle Teile können für 20 Prozent des Verkaufspreises vier Tage lang gemietet werden.

Was kostet Kleider mieten?

  • Bei der Kleiderei kostet die monatliche Flatrate 49 Euro. Dafür bekommen die Kundinnen vier Teile geschickt. Nach einem Monat können die Klamotten getauscht werden.
  • Tchibo vermietet Baby- und Kinderkleidung für einen festen Stückpreis. Eine Jacke kostet vier, ein T-Shirt zwei Euro im Monat.
  • Myonbelle bietet ein Accecoire-Paket für 25 Euro und eine "Fashion Box" für 49 Euro im Monat an.
  • Mudjeans vermietet Jeans für 7,50 Euro pro Monat. Bei der ersten Anmeldung wird noch eine Gebühr von 20 Euro fällig. Nach einem Jahr gibt es eine neue Hose, die alte wird recycelt.

Lohnt sich Kleider mieten?

Wer mehr als 500 Euro im Jahr für neue Kleidung ausgibt und stets im Trend liegen will, für den kann sich das Mietsystem lohnen. Laut einer Greenpeace-Studie wird jedes fünfte gekaufte Kleidungsstück so gut wie nie getragen - demnach würden etwa eine Milliarde Kleidungsstücke ungenutzt im Kleiderschrank liegen. Durch das Teilen mit Anderen werden die Kleider viel intensiver genutzt, es entsteht weniger Müll. Außerdem versprechen die Anbieter eine überdurchschnittlich hohe Qualität der Kleidung.

Wir im Saarland - Service: Interview mit Harald Kreutzer, Weltveränderer e.V.
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 13.02.2018, Länge: 04:08 Min.]
Wir im Saarland - Service: Interview mit Harald Kreutzer, Weltveränderer e.V.

Ein Beitrag unserer Kollegen G. Markovich-Schomburg und M. Gerber vom WDR

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